Archiv für Oktober 2008

Hundebegegnungen

Montag, 27. Oktober 2008

Es passiert immer wieder, auf belebten Wegen: Man ist mit seinem Vierbeiner unterwegs, und plötzlich kommt er entgegen: Ein anderer Hund, der den ihrigen unbedingt kennen lernen will.

Damit Hundebegegnungen stressfrei verlaufen, sollte man selbst ruhig bleiben, egal, ob man selbst einen verträglichen oder weniger verträglichen Hund besitzt Wenn man ein paar Tipps befolgt, verlauft das Kennen lernen friedlich.

Zunächst einmal ist eines unerlässlich Sie müssen Ihren Hund, wenn er ohne Leine läuft, immer unter Kontrolle haben. Er sollte sich in jeder Situation zuverlässig abrufen lassen. Dies ist besonders wichtig, wenn Sie einen Rüden haben, der sich mit anderen Rüden nicht verträgt. Kommt Ihnen ein Hund entgegen, dann rufen Sie Ihren Vierbeiner in jedem Fall ab und nehmen Sie ihn an die Leine. Wenn es der andere Hundebesitzer Ihnen nicht gleichtut, dann scheuen Sie sich nicht, ihm zuzurufen, er möge bitte seinen Hund auch an die Leine nehmen.

Machen Sie nun einen weiten Bogen um die anderen und geben Sie Ihrem Hund, wenn dieser brav an dem vermeintlichen Konkurrenten vorbeigegangen ist, ein Leckerli. So haben Sie die Situation entschärft.

Wenn sich Ihr Hund mit Artgenossen gut verträgt, gestaltet sich die Situation natürlich einfacher. Rufen Sie ihn trotzdem erst einmal zu sich her. Fragen Sie dann, ob es okay ist, dass Ihr Hund den Kumpel kennenlernt. Dann erst sollten sich die Tiere beschnuppern dürfen. Greifen Sie dabei nicht ein - sie regeln nun alles unter sich.

DER KONFLIKT AN DER LEINE Komplizierter ist es, wenn ein Hund an der Leine ist und der andere nicht. Können Sie Ihren Hund nicht losmachen, zum Beispiel weil er einen starken Jagdtrieb

Spontane Treffen unter Artgenossen laufen nicht immer friedlich ab. Lassen Sie Ihren Hund in einem ungeeigneten Umfeld nicht einfach loslaufen, sondern versuchen Sie, die Situation einzuschätzen.

hat, dann rufen Sie dem anderen Hundehalter unbedingt zu, dass er seinen vierbeinigen Begleiter ebenfalls anleinen soll. Denn ein Hund an der Leine und der andere nicht - das kann zu Konflikten führen. Reagieren Sie rechtzeitig, indem Sie Ihr Gegenüber darum bitten, seinen Hund zu sich zu rufen. Das Gleiche gilt umgekehrt natürlich auch für Sie selbst, wenn Ihr Liebling frei läuft. Erst wenn beide abgeleint sind, können sie miteinander spielen. Spielen, wenn beide Hunde angeleint sind, ist absolut tabu. Denn auch hier sind Schwierigkeiten vorprogrammiert. An der Leine können sich die Hunde kaum beschnüffeln, ohne sich zu verheddern, worauf manche Vierbeiner panisch reagieren. Viele angeleinte Hunde haben außerdem durch den „kurzen Draht“ zu ihrem Besitzer „Oberwasser“, sodass sie aggressiv reagieren, wenn ihnen ein anderer Hund zu nahe kommt.

Lassen Sie sich auf keinen Fall in Richtung des anderen angeleinten Hundes zerren! Denn wenn Sie nachgeben, glaubt Ihr Hund, dass er der Chef ist. Viel besser: Nehmen Sie ein Leckerli in die Hand, geben Sie ihrem Hund den Befehl „Fuß!“ und gehen Sie mit Sicherheitsabstand an dem anderen Mensch-Hund-Team vorbei. Lassen Sie sich von
anderen hier bitte auch kein schlechtes Gewissen machen! Das Spielen heben Sie sich lieber auf, wenn Ihr Liebling mit einem Hundekumpel nach Herzenslust toben darf und zwar ohne Leine, und ohne Stress!

Spendenquellen, auf die Sie nicht verzichten sollten

Samstag, 25. Oktober 2008

Warum denn in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah?“ Diese Volksweisheit wird gerade beim Thema Spendensammeln immer wieder vergessen. Auf die folgenden drei Möglichkeiten sollten Sie keineswegs verzichten!

Beerdigungsunternehmen
Immer mehr vermögende Menschen haben keine Nachkommen und wollen, dass Ihr Geld im Todesfalle einem guten Zweck zugutekommt. Viele Beerdigungsunternehmer vermitteln an gemeinnützige Organisationen. Der Großteil dieser Spenden bewegt sich im Bereich zwischen 2.000 und 10.000 Euro.

Bußgeldzuweisungen
Sprechen Sie das Amtsgericht in Ihrem Einzugsgebiet an und lassen Sie sich in die Liste der Vereine aufnehmen, die von verhängten Bußgeldern profitieren. Viele Vereine nehmen dadurch jährlich mehr als 500 Euro an zusätzlichen Geldern ein. Bewerben Sie sich!

Hundesportverein
Sie in einem Verein, der die Interessen und Begabungen von Hundler’n (Kindern) fördert? Dann melden Sie sich doch bei den Kirchen in der Region. Immer mehr Eltern haben sich in letzter Zeit dafür entschieden, auf Geschenke zu verzichten und dafür um Spenden für Vereine zu bitten.

SV/LG/10-FH-Prüfung, Hütschenhausen 18. und 19. Oktober 2008

Montag, 20. Oktober 2008

Im Herbst, wenn es dem Jahresende entgegen geht, fallen eine Menge Veranstaltungen an. Man geht von einer zur anderen. Kaum war die SV-Bundessiegerprüfung vorüber, ging es Tage später zur LG-Fährtenhundprüfung. Und nun liegt diese auch schon wieder hinter uns.

Für diese schwere Spezialprüfung haben sich insgesamt 16 Teilnehmer gemeldet. Der Andrang in diesem Jahr war groß. Ohne Teilnehmerausfall, so dass 16 an den Start gingen.

Die Vorbereitungen, die von der durchführenden OG Hütschenhausen getroffen wurden, waren hervorragend. Alles war bis ins Detail vorbereitet. Es herrschte eine angenehme Athmosphäre bei den Vorbereitungen und während den beiden Tagen der Prüfung. Hierzu haben die Hütschenhausener OG Vorstände mit ihrer Mannschaft im Wesentlichen beigetragen.

Vielen Dank, aber auch dem technischen Leiter unserem Leistungsrichter (LG/10) Kurt Lang, verantwortlich für die Fährtenleger und Fährten, ihm also und den Fährtenlegern unseren Dank und Anerkennung. Dank aber auch allen anderen Helfern und Helferinnen, die das Ihre zum guten Gelingen beigetragen haben. In diesem Zusammenhang möchte ich meine Freude darüber zum Ausdruck bringen, daß alles gut und ohne Pannen über die Bühne ging. Ich glaube, dass der Vorsitzende der LG, Hr. Scheerer, der ebenfalls als Gast zugegen war, mit den überdurchschnittlichen Leistungen und der gelungenen Veranstaltung zufrieden war.

Was wäre eine solche Veranstaltung ohne die Teilnehmer? Ihnen allen für ihr faires und sportliches Verhalten ebenfalls Dank und Anerkennung. Sie haben wieder einmal mit ihren Deutschen Schäferhunden herrliche Leistungen auf dem Gebiet der Nasenarbeit gezeigt. Sicher haben nicht alle das Prüfungsziel erreicht, es gab auch Ausfälle. Aber das ist bei einer so schweren Prüfung nicht zu vermeiden. Auch hier hängt viel davon ab, welches Los man zieht, zu welcher Zeit man an der Reihe ist, bzw. was für ein Gelände man bekommt.

Die Herren (LG/10) Leistungsrichter Wacker & Schädler hatten sich viel Mühe gegeben. Beide hatten ein schweres Amt übernommen und ich möchte an dieser Stelle einmal sagen, dass es nicht leicht für einen Leistungsrichter ist, das Richteramt zu übernehmen und jedem gerecht zu werden sowohl bei dieser als auch bei anderen Veranstaltungen auf Landesebene.

Der Landessiegerin bzw. dem Punktgleichen viel Erfolg auf der Bundes-FH 2008, auch wünschte sich der heutige Berichtserstatter (DSH FÖRDERGEMEINSCHAFT), dass Bewertungsrichter auch die „Bewertungszahl 100“ schreiben können…!!!

Die bereits zur Gewohnheit gewordene evtl. Standardberichtserstattung -Statistikauswertung, siehe unter der LG/10-WEB-SEITE
Kritik ist gut – Mitarbeit besser!

Kassenwart im Verein

Freitag, 17. Oktober 2008

“Hilfe, uns sind die Kassenprüfer abhanden gekommen. Was können wir tun?”

In der Tat: Diese Situation ist gar nicht so selten. Denn meist vergeht zwischen der Wahl der oder des Kassenprüfers in der Mitgliederversammlung und der kommenden Prüfung ja fast ein Jahr. Und da kann eine Menge passieren.

Handele nach dem Grundsatz:

Eine Kassenprüfung ist besser als keine Kassenprüfung. Bitten Sie deshalb (sofern die Satzung nicht ausdrücklich dem entgegensteht, was aber wohl die ganz seltene Ausnahme sein wird) ein oder zwei Personen, die nicht dem Vorstand angehören, die Kassenprüfung zu übernehmen. Sollte sich niemand finden, fragen Sie einen Steuerberater. Möglicherweise gibt es ja unter den Mitgliedern einen.

Die Praxis zeigt aber auch:

Es ist immer sinnvoll, nicht nur 1, sondern mindestens 2 Kassenprüfer zu wählen. Kommt Ihnen, wie z.B. vom Mittwoch, dann einer abhanden, ist zumindest noch einer “übrig”, der dann die Kassenprüfung vornehmen kann!

Der Kassenwart eigentlich der wichtigste Mann, dieser bestimmt über das Vereinsfundament, er trifft bzw. trägt Verwaltungs- und Basisentscheidungen mit; er ist Entscheidungsträger in allen Vereinspositionen. Bei den Wahlen wird meist einer spontan auserwählt und es bleibt unberücksichtigt, ob dieser auch über entsprechende PRAXIS -AKTIVNACHWEISE (gepr. Hundeführer) primär auch eine berufliche Qualifikation nachweisen kann, bzw. über solche verfügt.

Es sollte nicht so sein, dass halt einer gewählt wird. Dieser müsste aus der Sicht von den Förderer nicht nur stillschweigend Zahlen verwalten und diese öffentlich machen sondern vielmehr müsste er auch z. B. unter anderem den Mitgliedern (Verein) aufzuzeichnende Zukunftsvorschläge sowie z.B. mögliche Fördergelder an aktive VEREINSHUNDEFÜHRER-ZÜCHTER unterbreiten.

Wie das Haustier zum Partner des Menschen wurde

Sonntag, 12. Oktober 2008

Zu dieser Zeit begann auch die gezielte Zucht bestimmter Rassen nach vorgegebenen Merkmalen. Dabei orientierten sich die Zuchtziele noch an der jeweiligen Aufgabe des Hundes: Jagdhund, Hütehund, Polizeihund, Kampfhund, Blindenhund. Später kamen dann gewissermaßen politische Ziele hinzu, und irgendwann ging es vorwiegend um die Schönheit.

Wie sich die Rassen anfangs entwickelten und ob sie gar einen gemeinsamen Ahnherrn hatten, darüber stritten sich die Hundeforscher (Kynologen).

Nach Auffassung des Schweizer Hundehistorikers Theophil Studer (1845 bis 1922) entwickelten sich die heute bekannten Rassen aus wenigen - Ur-Rassen -. Studers Hauptwerk: (Die prähistorischen Hunde in ihrer Beziehung zu den gegenwärtig lebenden Rassen) Professor Studer war Vorsteher der zoologischen Abteilung des Naturhistorischen Museums Bern und der Urvater aller Kynologen.

Er vertrat die Theorie vom Ur-Hund, gab ihm sogar einen lateinischen Namen: - Canis ferus -. Es soll ein Wildhund gewesen sein, der parallel zu Wolf, Schakal und anderen Wildhundearten in Eurasien gelebt haben soll. Nachteil: Niemand hat ihn je gesehen. Das hielt Studer indessen nicht von einer Rassentheorie ab, die auf dem Ur-Hund fußte. Von - Canis ferus -, sozusagen dem Adam unter den Hunden, sollen alle Rassen ausgegangen sein, zunächst als die sogenannten fünf - Ur-Rassen -: Unter ihnen war - Canis intermedius -, der Urahn der Jagdhunde. Von - Canis feineri - stammten alle Windhunde ab und auch der Irische Wolfshund. - Canis matris-optimae - war der Vorläufer der Schäferhunde. Vom - Canis inostranzeni - entwickelten sich die nordischen Hunde, auch der Deutsche Schäferhund und auch der bullige Mastiff. Die Kleinen entstanden aus der Linie des - Canis palustris -: Spitz, Chow, Pinscher, Terrier.

Andere Forscher erklärten wahlweise den Schakal, den Koyoten und natürlich den Wolf zum Ur-Hund. Bei der Entwicklung der Hunderassen spielte die Geschichte des Menschengeschlechts eine wesentliche Rolle. Es waren natürlich nicht die Hunde, die bei der Paarung auf Fell, Rücken, Beinstellung achteten, es waren die Menschen. So spielten die geschichtlichen Umstände auch hundegeschichtlich eine wichtige Rolle, und natürlich auch die Moden der jeweiligen Epochen, die Ideologien und die Kulturen.

Der Mensch schuf sich den Hund nach seinen Wünschen, modellierte seine Gestalt, bildete seinen Charakter. Und so wie heute Hollywoodfilme Dalmatiner oder Golden Retriever zu Trendhunden machen, so waren es früher die Kaiser und Könige oder auch Kanz1er, die über Schicksal und Karriere einer Hunderasse bestimmten.

Die deutschen Hunderassen beispielsweise gewannen ihren Charakter und ihre Bedeutung, wie auch die deutsche Nation, erst im Laufe des neunzehnten Jahrhunderts. Bei den Hunden galten zuvor noch die englischen Rassen als Vorbild.

Je deutscher aber das Land wurde, desto deutscher wurde auch der Hund. Im neunzehnten Jahrhundert begann das Rassehundewesen sich zu organisieren. Und Reichskanzler Otto von Bismarck (1815 bis 1898) förderte gar die Karriere eines ersten Nationalhundes: Die Deutsche Dogge wurden damals zum - Reichshund -. Kurz darauf kam der Dobermann. Er wurde benannt nach einem Herrn Dobermann und gebildet nach dessen Lebensmaximen.

Karl Friedrich Louis Dobermann (1834 bis 1894), der Begründer und Namensgeber der Rasse, war Steuereintreiber in Thüringen. Er brauchte Hunde für Geldtransporte. Sie sollten möglichst scharf sein und bedrohlich wirken. Beim Dobermann galt - extreme Schärfe als wichtigste Eigenschaft -, wie Hundeforscher Zimen schrieb. So züchtete er aus Deutschen Doggen, Pinschern und Rottweilern einen Hund, der seinen Namen tragen sollte.

Zum Inbegriff des - deutschen Hundes - aber wurde der Deutsche Schäferhund. Der kam anfangs tatsächlich, wie der Name sagt, als Hirtenhund zum Einsatz: in den Schafzuchtgebieten auf der Schwäbischen Alb, in Thüringen, Sachsen und im Elsass. Schäferhunde gab es allerdings viele, und weil der Hütehund nicht weit herumkam auf der Welt, sondern meist in der Heimat blieb, gab es auch viele lokal oder regional begrenzte Rassen (sogenannte - Schläge -), etwa den Harzer Fuchs oder den Westerwälder Kuhhund.

Zum Vater des echten Deutschen Schäferhundes wurde schließlich ein Karlsruher Offizier, Rittmeister Max von Stephanitz (1864 bis 1936). Der hatte einst in der Rheinebene einen Schäfer bei der Arbeit beobachtet, und sah dabei natürlich auch dessen Hund, der folgsam auf Zuruf die Herde kontrollierte. Stephanitz war begeistert, wollte aber die Leistungen dieser Sorte Hund noch optimieren.

So kaufte er am 15. Januar 1898 vom Frankfurter Züchter Friedrich Sparwasser einen dreijährigen Rüden mit dem seltsamen Namen Hektor Linksrhein. Von Stephanitz gab dem Rüden den Namen Horand von Grafrath, was natürlich auch nicht viel besser war.

Horand war 61 Zentimeter groß, besaß, wie die einschlägige Hundeliteratur weiß, einen - edlen Kopf - und - gute Linien - und war ein - großer Raufer -. Sein - Wurfbruder - Luchs Sparwasser war von ähnlichem Charakter.

Von diesen beiden Brüdern stammen die meisten Deutschen Schäferhunde ab und sie waren offenbar ziemlich vermehrungsfreudig:

Als Stephanitz 1936 starb, heulten ihm zu Ehren schon 700 Deutsche Schäferhunde.

Stephanitz gründete am 22. April 1899 mit einer Gruppe von Gleichgesinnten in Karlsruhe den - Verein für Deutsche Schäferhunde -. Das Deutsche Reich war noch jung, und Rittmeister Stephanitz war vom deutschen Gedanken so angetan, dass sein Verein den Hund in den Dienst der Nation stellte.

Schon 1903 ließ er verschärfte deutschtümelnde Tendenzen erkennen: - Auch Hundezucht steht in Beziehung zum Vaterlande, soll diesem dienen -, verkündete Stephanitz. Vaterländische Empfindungen zu fördern, sollte sich jeder Deutsche berufen fühlen.

Seine Hunde-Ideologie nahm zunehmend völkisch-rassistische Züge an. Er verglich die Hundezucht mit der Entwicklung der Menschen: Die allgemeine seelische Minderwertigkeit der Sprösslinge aus Verbindungen ungleicher Menschenrassen ist zur Genüge bekannt. Das Eheverbot für Angehörige hoch stehender Kulturvölker mit Frauen niedrigerer Rasse ist daher eine durchaus zweckmäßige Maßregel.

Er wandte sich auch dagegen, dass die Deutschen unter dem Einfluss eines - Fremdvolkes - (den Juden) es verlernt hätten, - arisch, deutsch und rein zu fühlen -.

Lassen wir Tierzüchter uns daraus eine Lehre ziehen. Solch demonstratives Deutschtum beförderte in jenen Zeiten die Karriere der neuen Rasse: Im Ersten Weltkrieg zeigte sich schon der Heerführer und zeitweilige Hitler-Parteigänger Erich Ludendorff mit Deutschen Schäferhunden, später auch Reichspräsident Paul von Hindenburg, der - Reichsführer SS - Heinrich Himmler und natürlich der - Führer - Adolf Hitler selbst.

Das Deutschtum hatte jedoch auch Nachteile für den Schäferhund. Er musste einrücken in den Krieg: 30000 wurden eingezogen - und viele ließen ihr Leben auf dem Feld der Ehre.

Hunde im Krieg: Das war nun keine deutsche Erfindung. Kampfhunde wurden in früheren Zeiten nicht nur in Rotlichtvierteln an Zuhälterhänden ausgeführt, sondern vornehmlich bei kriegerischen Auseinandersetzungen.

Schon bei den alten Griechen waren Molosser im Kriegsdienst tätig. In den Perserkriegen (490 bis 449 v. Chr.) waren sie sowohl auf griechischer als auch persischer Seite dabei: Damals kämpften, wie der griechische Historiker Herodot schrieb, - Mann gegen Mann, Pferd gegen Pferd, Hund gegen Hund -.

Bei Kelten und Galliern wurden die kämpfenden Hunde durch Rüstungen geschützt; sie trugen breite Halsbänder mit langen Eisenstacheln. Die so ausgerüsteten vierbeinigen Kämpfer wurden auf die gegnerische Reiterei gehetzt: Hund gegen Pferd. Doch Kriegshunde taten nicht nur Dienst an der Waffe, sondern waren auch im Schutz-und Wachdienst tätig, suchten nach verwundeten oder getöteten Soldaten oder versteckten Gegnern, schnüffelten nach Minen und übermittelten Botschaften.

Manche kamen gar als Selbstmordattentäter zum Einsatz: Die Armee der Sowjetunion bildete Hunde zur Sprengung deutscher Panzer aus. Dazu wurden die Tiere während der Ausbildung unter Panzern gefüttert. Vor ihrem Einsatz ließ man sie einige Tage hungern und schickte sie dann mit einem Sprengsatz auf dem Rücken, der durch einen dünnen Metallstab gezündet wurde, zu den feindlichen Panzern, um diese zu sprengen.

Wenn auch die Deutschen die Kriege nicht gewannen - der Deutsche Schäferhund wurde im Ersten und Zweiten Weltkrieg zur führenden Rasse, auch bei den Gegnern.

Er stellte etwa achtzig Prozent der im Krieg eingesetzten Hunde. Im Ersten Weltkrieg wurden nur einige Tausend Hunde verwendet, im Zweiten Weltkrieg waren es insgesamt ungefähr 200000, allein in Deutschland und Frankreich jeweils 40000. Um genügend Kriegshunde zu bekommen, wurden eigene Zucht-Zentren unterhalten, die aber bald nicht mehr den nötigen Nachwuchs an Hunden liefern konnten. Darum zogen - Stellungskommissionen - durch die Lande und veranstalteten - Hundemusterungen -. Die - tauglichen - Hunde wurden in - Kriegshundekursen - für die Front ausgebildet.

So war es auch im Falle des - Kriegshundes - nicht der Hund, der sich freiwillig meldete, sondern der Mensch, der ihn zu kriegerischen Zwecken abrichtete. Das finden Hundefreunde wie Autor Zimen auch in der Debatte um die sogenannten - Kampfhunde - wichtig. Ob Mastiff, Pitbull, Bullterrier: Es sei nicht der Hund, der zum Aggressor wird, sondern der Mensch, der ihn zu einem solchen züchte.

Auch Hunde-Experte Zimen ist der Auffassung, die Zuchtgeschichte habe großen Anteil daran, dass Hunde zu potentiell gefährlichen Stadtbewohnern geworden sind. Wenn es immer wieder Debatten um Kampfhunde gibt und Kinder zu unschuldigen Opfern von Hundebissen werden, dann seien dafür auch die züchterischen Maximen jener zackigen Zeitgenossen verantwortlich, die den Dobermann oder den Deutschen Schäferhund erfanden. Meint Zimen, der ein gebürtiger Schwede war und daher eine gewisse Skepsis und Distanz zu solchen Nationaltugenden hat, die sich in manchen Hunderassen verewigten: Es ist eine traurige Folge der Zucht und Abrichtung mannscharfer Hunde im Geiste von Stephanitz, dass wir alljährlich in der Bundesrepublik über 10 000 Verletzte und etliche Tote durch aggressive Fehlleistungen von Hunden zu beklagen haben. Doch die Hunde scheinen als Trend-Tier ohnehin auf dem Rückzug, sie werden abgelöst von der Katze.

Seit in Deutschland an die Stelle der Kriegskultur eher eine Kuschelbewegung getreten ist, wird die Katze zum Leit-Tier.

Die Katze scheint zukunftsfähiger in der modernen Gesellschaft, in der es um flexible Überlebensstrategien geht.