Sinn und Unsinn von Raufergruppen
Sonntag, 14. Juni 2009Rangeleien: Bis zu einem gewissen Grad sind sie normal, allerdings dürfen sie nicht zu ernst werden.
Die Zeit vom vierten bis zum sechsten Monat nennt man auch die Rudelordnungsphase. Stand der Welpe bisher eher außerhalb der Rangordnung, bekommt er nun einen festen Platz. Dies bedeutet, dass man um den besten Platz kämpfen muss, und so gibt es schon einmal ernsthafte Streitigkeiten unter den Geschwistern. Zudem muss der Welpe lernen, seinen Teil zum Überleben des Rudels beizutragen. So begleiten die jungen Hunde die Alttiere bei der Jagd, der Welpe lernt den Ernst des Lebens kennen.
Schaut man sich diese Entwicklung an, wird klar, dass sich eine Junghundegruppe von einer Welpengruppe unterscheiden muss. Nicht mehr das Spiel der Hunde muss im Vordergrund stehen, sondern das Training mit dem Menschen. Der junge Hund ist für alles offen und kann nun zu einem Team mit seinem Menschen geformt werden. Verpasst man diesen wichtigen Schritt, besteht die Gefahr, dass sich der Hund verselbstständigt. Denn spätestens zu Beginn der Geschlechtsreife zwischen dem sechsten und neunten Monat hat der Hund dann kaum noch Interesse an einer Zusammenarbeit mit dem Menschen.
ÜBUNGEN MIT VIEL ABWECHSLUNG
Zunächst werden in der Junghundegruppe die Grundübungen aus der Welpengruppe vertieft. Natürlich trainieren auch in einer Junghundegruppe nicht alle Mensch-Hund-Teams gleichzeitig, denn das wäre zu viel Ablenkung. Ein Mensch führt unter Anleitung des gepr. Ausbilder etwas abseits eine kleine Aufgabe mit seinem Hund durch, während die anderen Hunde angeleint neben ihren Menschen warten. Auch das ist etwas, das ein junger Hund lernen muss: Er ist nicht immer Mittelpunkt aller Aktionen und kommt erst an die Reihe, wenn er ruhig und entspannt wartet. Da ein gleichförmiges Training die jungen Hunde langweilt, ist es wichtig, Abwechslung zu schaffen. In einer Stunde steht etwa Agility auf dem Programm, in einer anderen Stunde Suchspiele und dann Apportierübungen. Natürlich kann nach einem erfolgreichen Training auch ein Spiel der Junghunde folgen. War es in der Welpengruppe schon wichtig, das Spiel der Welpen gut zu beobachten, so ist es das nun erst recht! Denn die jungen Hunde sind schneller und geschickter, sodass der Mensch eventuell nicht mehr hinterherkommt.
ALLES WIRD BEOBACHTET
Auch das Durchsetzungsvermögen der Hunde nimmt zu. Die Gefahr, dass ein Hund bedrängt wird oder sich einer zu einem Rauf er entwickelt, ist in der Junghundegruppe besonders groß. Eine Raufergruppe mit mehr als sechs Hunden, bei der sie außerhalb des Platzes warten müssen und bei der das Spiel nicht beobachtet wird, sollten Sie meiden. In einer guten Junghundegruppe wird ein Hund, der ständig andere bedrängt, durch eine Auszeit zur Ruhe gebracht oder durch einen Schnauzgriff korrigiert. So lernt er, dass zu raues Spielverhalten dazu führt, dass er nicht weiterspielen darf. Und natürlich gilt auch hier wie in der Welpengruppe, dass ein bei Frauchen oder Herrchen Schutz suchender Hund diesen auch bekommt. Denn nur so kann erlernen, weiterhin seinem Menschen zu vertrauen und sich auch in einer fremden Hundegruppe gut zurechtzufinden.

VEREINSFACHOBRIGKEITEN ZEIGEN NACH ZWEI AMTSPERIODEN VERWALTUNGSROUTINE ZUM TEIL STARKE BASISMÜDIGKEIT