Iwan-Petrowitsch-Pawlow
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DER SEMINARIST Der Priesterseminiraist Iwan Petrowitsch-Pawlow (1849 bis 1936) liest den Evolutionstheoretiker Darwin und wird Experimentalmediziner. 1904 erhält er den Nobelpreis für seine Erkenntnisse über das Verdauungssystem des Hundes - der ihm fast wieder aberkannt wird, weil er die Rolle der Hormone übersieht. |
Da läuft einem doch das Wasser im Maul zusammen. Genau das hat sich der russische Pionier der Verhaltensforschung, Iwan Pawlow, zur Aufgabe gemacht: den Speichelfluss des Hundes zu analysieren. Er beweist, dass die Evolution das Leben über Reflexe lernen lässt. Und erkennt, dass Nervenzellen im Gehirn sich ständig neu verschalten.
Unter Narkose hat Pawlow die Hunde zuvor operiert und ihnen den Kanal einer Speicheidrüse nach außen an das Kinn oder die Backe verlegt und mit einigen Stichen festgenäht. Ist alles abgeheilt, wird die Flüssigkeit dort in einem Glasröhrchen gesammelt und analysiert. Der russische Pionier der Verhaltensforschung ist kein gefühlloser Grobian. Er liebt seine Hunde, gibt ihnen Kosenamen,
nennt sie “kleiner Freund”. Zwischen den Sitzungen werden die Tiere auf dem lnstitutsgelände Gassi geführt. “Wenn ich ein lebendes Tier seziere und zerstöre”, gesteht er ein, “erklingt tief in mir der bittere Vorwurf, ich würde mit grober, unbesonnener Hand einen unvergleichlich künstlerischen Mechanismus zermalmen. Doch das ertrage ich im Interesse der Wahrheit, zum Wohle der Menschheit.” In einer Welt, in der man Tiere zum Zeitvertreib jagt und wegen ihres Fleisches und Leders schlachtet, fühlt Pawlow sich berechtigt, einige wenige für den Fortschritt der menschlichen Erkenntnis zu opfern.
HINTER DER RÜHR-MICH-NICHT-AN HALTUNG VON DEUTSCHE SCHÄFERHUND ZÜCHTER VERBIRGT SICH PURE ZÜCHTERTAKTIK
1904 bekommt Pawlow für seine Arbeit den Nobelpreis. Allerdings wäre ihm der beinahe wieder aberkannt worden. Denn der Russe hatte sich auf die von der Evolution fein austarierten Reflexe und die Abläufe bei der Verdauung konzentriert, aber die wichtige Rolle der Hormone dabei komplett übersehen, die ein konkurrierendes Labor enthüllt. Pawlows Antwort, ein gelassenes
Schulterzucken: “Natürlich haben wir kein exklusives Patent auf die Entdeckung der Wahrheit.”
Sein aufmerksamer Geist ist schon einen Schritt weiter. Pawlow hatte bemerkt, dass der Speichelfluss beim Hund nicht erst ausgelöst wird, wenn Futter ins Maul gelangt, sondern ihm schon vom Geruch, vom Anblick des Fressens oder sogar vom Quietschen einer Tür zur Essenszeit das Wasser im Maul zusammenläuft. “Psychische Sekretion” Nennt er das. Anders als die angeborenen Reflexe, die Instinkte, kann man diese erlernten oder “bedingten” Reaktionen gezielt beeinflussen. Die Trennlinie zwischen dem Mentalen und dem Körperlichen beginnt für Pawlow zu verschwimmen. Könnte es sein, dass alles, was wir tun und sogar denken, auf erlernten Reflexen beruht, moderner ausgedrückt: auf Konditionierung?
ES WIRD HÖCHSTE ZEIT, DASS DIE ZUCHTVERANTWORTLICHEN SICH AUF IHRE VERANTWORTUNG FÜR DEN DEUTSCHEN SCHÄFERHUND BESINNEN - ALLEN VORAN DIE KÖRMEISTER
Pawlow stellt sich damit einer der wichtigsten Fragen der Menschheit, auf die die Forschung bis heute keine befriedigende Antwort gefunden hat: Wie können auf ein Gehirn, das einen nichtmateriellen Verstand besitzt, die materiellen Kräfte der Evolution einwirken, die unseren Körper und unser Gehirn geformt haben? Einige Philosophen gehen zu Pawlows Zeit so weit zu behaupten, jedes Atom der Materie habe ein Schattenatom bei sich, das Bewusstsein enthalte - sozusagen eine späte Spielart der
Leibnizschen Monade. Nach dieser Vorstellung wird jeder chemische Vorgang im Gehirn von einem mentalen Vorgang gespiegelt, ohne dass der eine den anderen kontrolliert.
BLINDEVEREINSGLÄUBIGKEIT, FRÜHER WAR DIE GIER NUR GUT, HEUTE IST SIE LEGAL
Freilich - Pawiow kümmert sich nicht groß um solche Fragen. Er stellt sich auf den Standpunkt: Egal, was im Inneren eines Hundekopfes vor sich geht - er könne das wissenschaftlich objektiv nur von außen beurteilen. “Der Naturforscher muss nur eine
einzige Frage betrachten: In welchem Bezug steht diese oder jene externe Reaktion des Tieres zu den Phänomenen der externen Welt.” Der russische Forscher wird damit zu einem der Gründerväter des “Behaviorismus”, jener Forschungsrichtung, die John B. Watson und B. F. Skinner in den USA zu einer - vor allem ab den 1950er Jahren wirkmächtigen - psychologischen Schule
ausbauen. Sie reduziert alle mentalen Vorgänge auf Reiz und Reaktion. Dazwischen hängt nur noch eine “black box”, frei übersetzt: ein unergründbares Loch, über das sich nichts Gesichertes aussagen lässt.
In den St. Petersburger Labors präsentiert Pawlow seinen Hunden Lichtblitze, Musik oder rotierende Gegenstände. Er berührt sie mit kalten oder warmen Sonden, lässt Metronome ticken und Hupen, Pfeifen, Stimmgabeln oder Signalhörner ertönen - und übrigens nie eine Glocke. Das Ergebnis ist immer das Gleiche: Man kann den Speichelreflex der Hunde auf diese Dinge trainieren. Aus Sicht der Evolution gibt es keinen Grund, warum sie solche willkürlichen Koppelungen vorsehen sollte. Die verschiedenen Signale erlangen eine Bedeutung nur, weil der Hund sie auf seine gegenwärtige Situation bezieht, wo sie ihm das Überleben sichern.
FESTSTELLUNG (VIDEO/BILD) BEI VERS. KÖRVERANSTALTUNGEN, AUGENSCHEINLICH UND REALISTISCH
HIER FRÄGT MAN SICH WIE KANN DER EIN ODER ANDERE HUND DEN NACHWEIS ZU EINER BESTANDENEN SchH PRÜFUNG BRINGEN???
BEIM ANGEHEN ZUM HELFER ZEIGTE DIE MEHRZAHL DER HUNDE (LIZENZIERTE AUSBILDER/ZÜCHTER) UNPROFESSIONELLE GEHORSAMSVERHALTEN
BEIM AN -und BISS GRIFFVERHALTEN MEHRERE HUNDE KANN MAN VERSTEHEN WARUM DIESE HUNDEHALTER SICHERLICH MIT BESTER HOFFNUNG ANREISTEN.
BEI DER STANDBEWERTUNG ZEIGT SICH DER PROFI, WIE DIESER SEINEN HUND DEM RICHTER PRÄSENTIERT. ES IST MITUNTER BESCHÄMEND MIT
ANZUSEHEN WIE LIZENZIERTE QUALITÄTSZÜCHTER IHREN HUND PRÄSENTIEREN
Daraus zieht Pawlow weitreichende Schlussfolgerungen über die Bauprinzipien der Natur: Die Nervenverbindungen im Kopf seien formbar, sie ließen sich wie die Kabel in einer Telefonzentrale ein- und ausstöpseln und schalteten zu neuen Verhaltensmustern durch. “Plastizität” nennt die moderne Hirnforschung dieses Phänomen.
Bei den Experimenten darf nichts die Tiere ablenken. “Die Schritte eines Passanten, zufällige Unterhaltungen im Nebenzimmer, eine zugeschlagene Tür oder die Vibrationen eines vorüberfahrenden Lkw, Straßengeräusche, selbst Schatten (…): Jeder dieser zufälligen unkontrollierten Reize, (…) löste eine Störung in den Gehirnhälften aus und beeinträchtigte die Experimente”, erinnert sich Pawlow. Zudem sind die Hunde ausgesprochen launisch. Pawlow lässt deshalb einen “Turm der Stille” errichten. Das Gebäude ist von einem mit Stroh gefüllten Graben umgeben, der Erschütterungen abdämpfen soll. Im ersten und im vierten Stock gibt es je 4schalldichte Beobachtungskammern die durch Korridore und das leere Stockwerk zwischen ihnen isoliert sind.
Die Versuchsleiter beobachten die Hunde zudem durch Periskope. Ein Besucher berichtet einmal, man fühle sich wie in einem “kampfbereiten U-Boot”. Auch hier beschreitet Pawlow neue Wege: Seine “physiologische Fabrik”, wie sie der Historiker Daniel Todes nennt, nimmt die Methoden der heutigen experimentellen Großforschung vorweg. Jahrzehntelang testen Pawlows Teams ihre
Hypothesen an Hunderten verschiedener Hunde. Und dokumentieren dabei ungewollt, dass geistige Phänomene nicht nur auf den Menschen beschränkt sind. Die Forscher hatten die Tiere schon mit Akkorden zum Speicheln gebracht. Und beginnen, ihnen einfache Melodien vorzuspielen: Bei 4 aufsteigenden Tönen gibt es zu fressen, bei 4 absteigenden kein Futter. Die Hunde lernen schnell, die Sequenzen zu unterscheiden. Nun werden aus diesen Tönen 22 kurze Melodien kombiniert und den Tieren vorgespielt. Und siehe da: Der abgesonderte oder eben nicht abgesonderte Speichel zeigten, dass die Hunde die neuen 4-Ton-Folgen in 2 gleich große Gruppen aufteilen - aufsteigend und absteigend. Die Tiere haben unbewusst ein einfaches Konzept entwickelt.
“Ich bin überzeugt”, erklärt Pawlow etwas großspurig, “dass auf genau diesem Weg des exakten Experiments die Lösung für das Problem der Zeit liegt, das die Philosophen über unzählige Generationen hinweg beschäftigt hat.” Das ist ihm nicht gelungen.
NACHGEDACHT DSH FÖRDERINITATIVE
DEUTSCHER SCHÄFERHUND
ERHÖHTE QUALITÄTSSICHERUNG (ZUCHTZULASSUNG KrK. I) nur mit AKZ.: VPG/SchH III
bzw. RETTUNGSHUNDEPRÜFUNG ???
STANDBEWERTUNGABSTAND ZUM HUND
MINDESTENS 1 mtr. ???
PRÄSENDATIONSSICHERHEIT MIT DISTANZ MIT UND OHNE LEINE ???
Doch eine kleine Geste macht ihn wirklich groß: 1935, ein Jahr bevor er stirbt, errichtet man auf dem Gelände seines Instituts, das Pawlow bis zum Schluss führt, den wahren Helden der Forschung einen Brunnen: “Denkmal für einen Hund”, steht darauf zu lesen. Ein Relief zeigt Laborszenen. Und am oberen Rand des Podests speien 8 Hundemäuler Wasser - sie geben ihren Speichel für die Wissenschaft.
Der 86-Jährige lässt den Versuchstieren ein Denkmal setzen im Garten seines Instituts.
ORIGINAL DEUTSCHE SCHÄFERHUNDZUCHT
KOMMERZIELL VEREINSUNABHÄNGIG ODER BEI VEREINSZUGEHÖRIGKEIT ???