Archiv für die Kategorie ‘Ausbilder Stammtisch’

Erwachsener Hund oder Welpe

Dienstag, 13. Oktober 2009

Wenn es darum geht, einen Hund aufzunehmen, müssen viele Dinge vorab geklärt werden. Neben der Frage ob man sich einen Rassehund oder Mischling zulegen möchte, welche Eigenschaften der Hund haben soll und ob man sich eher für einen Rüden oder eine Hündin entscheidet, muss auch geklärt werden, ob der Hund bereits erwachsen sein soll oder ob er im Welpenalter zum Menschen kommt. Beides hat seine Vor- und Nachteile und muss gut mit der jeweiligen Lebenssituation und den Bedürfnissen der bereits vorhandenen Familienmitglieder abgewogen werden.

Der passende Hund: Vor der Anschaffung sollte man überlegen, welcher Hund am besten ins eigene Leben passt -Welpe oder erwachsenes Tier?


WELPEN BRAUCHEN ZEIT Ein Welpe bedeutet zunächst einmal sehr viel Arbeit. Der Welpe muss mehrmals am Tag gefüttert werden. Er kann noch nicht so lange einhalten, muss also öfter einmal nach draußen um sich zu lösen, sogar nachts muss man ihm dazu mehrmals die Gelegenheit geben. Auch kann man ihn nur sehr kurz alleine lassen. Diese Dinge weisen bereits darauf hin, dass man in den -ersten vier bis sechs Wochen den ganzen Tag für den kleinen Welpen Zeit haben muss. Die komplette Sozialisation auf unser Umfeld fehlt noch, man muss also dafür sorgen, dass er in dieser Zeit alles kennenlernt, was später einmal für ihn zum Leben dazu gehört. Dazu gehören so simple Dinge wie zum Beispiel Kindergeschrei und Autolärm. Der Welpe muss lernen, im Auto mitzufahren und laute Geräusche wie etwa den Staubsauger nicht zu fürchten. Dazu kommt dann noch Zeit für die Ausbildung des Hundes, neben alltäglichen Dingen wie „Sitz“, „Platz“, und „Hier“ kommen alle weiteren Signale hinzu, die der Hund später einmal beherrschen soll. Leben Kinder in der Familie, müssen sie lernen, dass man oft Rücksicht auf die Bedürfnisse des neuen Familienmitgliedes nehmen muss. Auch die Ausbildung wird zunächst einmal von den erwachsenen Familienmitgliedern übernommen werden. Somit sind die Möglichkeiten, sich mit dem Welpen zu beschäftigen, für Kinder nur sehr gering.

VOLL EINSATZBEREIT Hier ist ein erwachsener Hund von Vorteil. Bereits nach kurzer Eingewöhnungszeit können auch Kinder mit einem solchen Hund viele Dinge erleben, er ist sozusagen von Anfang an voll belastbar. Sämtliche Beschäftigungsformen wie zum Beispiel ein Apportiertraining oder Agility kann man sofort beginnen, und auch Kinder können bereits einen Teil der Beschäftigung übernehmen. Er kann durchaus im Wanderurlaub der Familie direkt den ganzen Tag begeistert mitlaufen und in der Regel bereits nach kurzer Zeit auch für einige Stunden alleine zu Hause gelassen werden. Natürlich muss auch ein erwachsener Hund eventuell noch ausgebildet werden, aber ein mehrwöchiger Urlaub zum Einzug des Hundes wie bei einem Welpen ist in der Regel nicht nötig. Vielleicht benötigen Sie den Hund auch für den Einsatz bei der Jagd, als Helfer im Haushalt (etwa als Behindertenbegleithund) oder Sie möchten eine bestimmte Sportart mit ihm ausüben? Dann können oder wollen Sie vielleicht nicht noch ein ganzes Jahr lang warten, bis Ihr Hund ausgewachsen und fertig ausgebildet ist. Zudem kann man so direkt feststellen, ob der Hund gesundheitlich in der Lage ist, die gewünschten Aufgaben zu übernehmen.

Kinder und Hunde:
Erwachsene Hunde sind von Anfang an voll belastbar. Auf Welpen müssen Kinder dagegen zunächst Rücksicht nehmen.

ALLE MACKEN AKZEPTIEREN Was spricht nun aber gegen einen erwachsenen Hund? Nun, man muss diesen Hund eben so nehmen, wie er ist, mit allen seinen Macken und Problemen, die er gegebenenfalls hat, denn einen Hund ohne Eigenheiten gibt es grundsätzlich nicht. Oft ist auch die Vorgeschichte eines Hundes nicht bekannt, und somit erhält man eventuell einen Hund voller Überraschungen! Hier sollte dann zumindest Erfahrung im Umgang mit Hunden vorhanden sein, denn Fehler werden relativ schnell quittiert. Die Auswahl des Hundes sollte also entsprechende Tests beinhalten, die den Menschen zeigen, ob dieser Hund in ihr Rudel und zu ihren Bedürfnissen passt. Hier sollte man ruhig die Hilfe von Profis in Anspruch nehmen, ein erfahrener Hundetrainer wird bei dieser Frage gerne mit Rat und Hilfe zur Seite stehen. Einen Welpen kann man dagegen so formen, dass er in die jeweilige Familie passt. Hat man sorgfältig den Züchter und die Elterntiere ausgewählt und sich über die Eigenschaften der Rasse informiert, ist man zumindest vor unliebsamen Überraschungen sicher. Während der Sozialisierungsphase kann man den Welpen dann an alles gewöhnen, was er später in seinem Leben kennen muss. Man kann bereits hier erste Grundsteine bezüglich bevorzugter Beschäftigungsformen legen und somit einen idealen Begleiter erhalten. Gerade für Kinder ist ein Welpe auch oft nicht so furchteinflößend wie ein erwachsener Hund. Und erlebt man, wie der Welpe aufwächst, so ist er später als ausgewachsener großer Hund immer noch der bekannte und geliebte Begleiter, den man nicht zu fürchten braucht. Denn mitzuerleben, wie der kleine Welpe sich entwickelt und heranwächst, ist nicht nur für Kinder ein spannendes Erlebnis. Es entwickelt sich sozusagen ein starkes Band zwischen Hund und Mensch, denn der kleine Hund wird von Anfang an auf seine Menschen und das Umfeld geprägt und sozialisiert. Ein weiterer Vorteil bei der Aufnahme eines Welpen zeigt sich, wenn man bereits einen oder mehrere Hunde hat. Zwar muss man bei Hündinnen in den ersten Wochen aufpassen, ob sie den fremden Nachwuchs akzeptieren, danach und bei Rüden in der Regel auch direkt gibt es kaum noch Probleme. Denn der junge Welpe wird sich im Rudel einsortieren und, da er noch keine Ansprüche stellt, von den älteren Hunden auch problemlos akzeptiert werden.

Training mit behinderten Hunden

Dienstag, 22. September 2009

Genauso wie Menschen sind auch Hunde nicht vor Krankheiten und Unfällen gefeit. Da gibt es Gelenkskrankheiten wie die Hüftgelenks- oder die Ellenbogengelenksdysplasie, die den Hund in seiner Bewegung einschränken. Auch Augenkrankheiten, die bis zur Erblindung führen, sowie Taubheit sind keine Seltenheit bei einigen Hunderassen. Und natürlich kann ein Hund durch einen Unfall eine Gliedmaße verlieren und so nur noch auf drei Beinen durchs Leben laufen. Wie soll man nun mit solchen Hunden umgehen, darf man sie noch belasten? Ist ein Training überhaupt möglich oder muss man sie ein Leben lang an kurzer Leine spazieren führen?

Lebensfreude trotz Behinderung: Auch Hunde mit Handicap wollen Spaß, Spiele und Abwechslung.


NICHT IN WATTE PACKEN Als Erstes muss man sich immer ausführlich über die Auswirkungen einer Krankheit informieren, damit sich die Krankheit durch ein Training nicht verschlimmert. Den Hund aber nur noch in Watte zu packen wäre falsch! Denn was wäre ein Hundeleben ohne spannende Beschäftigungen? Wenn ein Hund entscheiden könnte, würde er sicher ein Leben mit Abwechslung und tollen Erlebnissen einem Leben in sicherer Abgeschiedenheit vorziehen! Auch wenn das bedeutet, dass wir Menschen vielleicht etwas früher von ihm Abschied nehmen müssen. Natürlich soll ein Training auf die jeweilige Krankheit abgestimmt sein. So sollen Hunde mit Gelenksproblemen keine Beschäftigungsformen ausüben, in denen sie springen oder ständig abrupt abstoppen müssen. Agility (Training auf dem Hindernisparcours) und ein Training mit der Reizangel, bei dem der Hund einen Gegenstand hetzt und ständig hin und herspringt, scheiden somit aus. Apportiertraining führt man eher auf ebenen Flächen durch, denn Bergauf- und Bergablaufen belastet die Gelenke besonders stark. Da sehr aktive Beschäftigungsformen somit eher ausscheiden, kann man mit solchen Hunden ein intensives Fährtentraining aufbauen oder Suchspiele durchführen. Hier bewegt sich der Hund gleichmäßig, kann aber geistig ausgelastet werden

Vertrauen: Ein blinder Hund braucht die Sicherheit Ihrer Stimme und Berührungen.

DAS GLEICHGEWICHT FINDEN Hunde, denen eine Gliedmaße fehlt, müssen lernen, ihr Gleichgewicht zu halten. So ist nach dem Unfall jegliches Training von Vorteil, dass dem Hund hilft, mit der neuen Situation umzugehen. Nutzen Sie zum Beispiel eine nicht ganz aufgeblasene Luftmatratze. Streuen Sie Futterbrocken darauf und lassen Sie Ihren Hund diese suchen. So muss er lernen, sich auf der wackeligen Matratze auszubalancieren. Fällt er um, passiert ihm nichts, denn die Matratze fängt ihn ja weich auf. Hat ein solcher Hund einmal gelernt, sich auszubalancieren, kann man fast alles mit ihm machen. Natürlich sollte man auf ein intensives Sprungtraining wie beim Agility eher verzichten.

Apportierspiele: Für einen blinden Hund können Sie ein Glöckchen an den Gegenstand binden, den er apportieren soll, und schon klappt das Spiel perfekt.

HÖRZEICHEN SIND WICHTIG Mit blinden Hunden muss man viele Beschäftigungsformen durchführen, in denen ihre anderen Sinne geschult werden. Trainieren Sie so früh wie möglich die Verwendung von Hörzeichen! Besonders gut kann man so sämtliche Übungen durchführen, in denen sie ihre Nase einsetzen müssen, wie Fährtentraining oder Suchspiele. Allerdings dürfen Sie diese Spiele anfangs nur in vertrauter Umgebung durchführen, Ihr Hund muss erst lernen, sich über die Nase und die Ohren zu orientieren. Daher darf man bei blinden Hunden auch nicht ständig die Wohnungseinrichtung umstellen. Denn die Wohnung soll ihnen Sicherheit bieten, hier sollen sie sich „blind“ zurechtfinden können. Es ist möglich, Apportierspiele durchzuführen. Verwenden Sie dazu einen Gegenstand, an den Sie ein Glöckchen binden. So kann Ihr Hund hören, wohin der Gegenstand fällt, in diese Richtung laufen und den Gegenstand dann mit der Nase erschnüffeln. Mit diesem Training können Sie auch die Hörzeichen „Rechts“ und „Links“ aufbauen, dies können hilfreiche Signale auf dem Spaziergang sein. Wenn Ihr Hund zuverlässig die Signale „Stopp“ und „Hier“ auch auf große Distanz beherrscht, können Sie ihn natürlich auch weiterhin frei laufen lassen. Achten Sie aber bei Begegnungen mit anderen Hunden darauf, dass er von diesen nicht bedrängt wird. Denn die anderen Hunde können auf Entfernung nicht erkennen, dass Ihr Hund blind ist, und wissen nicht, dass er auf die gesendeten Signale nicht reagieren kann. So halten sie ihn eventuell für bedrohlich und greifen ihn an. Nehmen Sie den Hund bei Hundebegegnungen immer erst an die Leine und lassen Sie ihn nur frei laufen, wenn Sie dies vorher mit dem Halter des anderen Hundes abgeklärt haben.

Ein Leckerchen vom Briefträger

Donnerstag, 06. August 2009

Wie man dem Feindbild „Fremder an der Tür“ den Schrecken nimmt: Davon profitieren Briefträger Bekannte und anderer Besuch und natürlich vor allem Sie selbst und Ihr Hund!

Dingdong! Da ist es wieder, dieses Geräusch, das Berni völlig ausflippen lässt: die Türklingel. Egal, ob der Mann vom Paketdienst, der Briefträger, der Gasmann oder der Getränkefahrer vor der Tür steht, Berni reagiert immer gleich: mit wütendem Gebell. Dabei ist der Bernhardiner sonst die Sanftmut in Hundegestalt und durch wenig aus der Ruhe zu bringen. Aber Berni ist nicht der einzige Hund, der ausflippt, wenn es an der Tür klingelt. Damit nicht bei jedem Staubsaugervertreter oder auch Besuch von Verwandten Tohuwabohu herrscht, sollte man das Feindbild „Fremder an der Tür“ rechtzeitig korrigieren. Dazu braucht man eigentlich gar nicht viel: ein paar besonders feine Leckerli, einen guten Freund, der bei der Trainingstunde hilft, und eventuell auch einen netten Briefträger, der sich erweichen lässt, beim Üben auch mal kurz mitzumachen. Immerhin erspart man dem netten Mann von der Post und somit später auch dem Herrn vom Paketdienst oder dem Versicherungsvertreter künftig eine Menge Stress, wenn man seinen Vierbeiner im Griff hat, wenn die Türglocke geht.


IN KLEINEN SCHRITTEN Zunächst einmal sollte Ihr Hund einen Platz im Haus haben, den er gerne und bereitwillig aufsucht und auf dem er sich wohlfühlt. Eine Möglichkeit ist zum Beispiel ein gemütlicher Hundekorb oder eine Decke auf der Wohnzimmercouch, auf der er sich niederlassen darf. Diesen Wohlfühl-Ort verknüpft man nun schrittweise mit dem Befehl: „Geh auf deinen Platz!“ Das geht so: Man ruft den Hund zu sich, lobt und streichelt ihn, wenn er kommt, und deutet dann auf seinen Lieblingsplatz mit den Worten „Geh auf deinen Platz!“ Weiß der Hund nicht gleich, was gemeint ist, kann man ihn zu diesem Ort „begleiten“. Lassen Sie ihn dort Platz machen und belohnen Sie ihn mit einem freudigen „fein!“ und einem feinen Leckerbissen dafür, dass er so brav ist. Dann sollte er mindestens eine Minute liegen bleiben, bevor Sie ihn „entlassen“, zum Beispiel mit dem Befehl „ok!“ oder „lauf!“ Diese Zeit dehnen Sie immer weiter aus. Sie können auch zwischendrin mal wieder hingehen, den Hund loben, weil er so brav liegen bleibt, und ihm ein Leckerli zwischen die Pfoten legen.

GANZ GELASSEN BLEIBEN Wenn er diesen wichtigen Befehl kennt, dann kommt Schritt zwei der „Besucher-Gewöhnung“. Laden Sie sich einen guten Freund zum Training ein, Ihr Hund darf ihn ruhig kennen. Bitten Sie ihn nun, an der Haustür zu klingeln, und warnen Sie ihn vor, dass Sie ihm möglicherweise nicht sofort öffnen können, weil Sie sich kurz mit Ihrem Hund beschäftigen müssen. Folgendermaßen sollte die Situation nun aussehen: Es klingelt. Ihr Hund bellt - wie immer! Sie sagen das Signalwort, das Sie immer sagen, wenn er zu bellen aufhören soll (zum Beispiel „Schluss!“. Sagen Sie nicht „Aus!“, wenn Sie dieses Wort sonst verwenden, wenn er Gegenstände aus dem Maul geben soll) und gehen dann mit ihm zu seinem Lieblingsplatz. Sagen Sie „Geh‘ auf deinen Platz“ - so, wie er es gelernt hat. Lassen Sie ihn Platz machen, und wenn er das trotz der aufregenden Situation macht, belohnen Sie ihn mit einem ganz besonders feinen Leckerbissen. Dann gehen Sie zur Tür und machen auf. Wenn Ihr Hund trotzdem liegen bleibt, gehen Sie schnell wieder zu ihm hin und bestätigen das tolle Verhalten mit einem Leckerli. Will er aufstehen, bleiben Sie ruhig und sagen noch einmal „Platz!“ oder bringen Sie ihn zurück, wenn er bereits unterwegs zur Haustür war. Der Hund wartet nun, bis Ihr Freund ins Wohnzimmer kommt und zu ihm hingeht, bevor er guten Tag sagen darf. Dann sagen Sie „Okay! “, und er darf aufstehen und den Besuch begrüßen, der ihm dann auch noch mal ein Leckerli gibt. Natürlich nur, wenn alle vier Pfoten am Boden sind und der Hund den Gast nicht anspringt.

Das Ganze braucht etwas Übung und Geduld, aber auf diese Weise bringen Sie Ihrem Hund bei, nicht immer sofort zur Tür zu stürmen, wenn es klingelt. Mit viel Geduld und Übung lässt sich das durchaus vermitteln, und er wird bald viel cooler reagieren, wenn die Türglocke bimmelt.

Nun brauchen Sie noch einen netten Briefträger oder Paketdienst-Angestellten. Legen Sie sich Leckerlis zurecht für den Fall, dass es klingelt. Schicken Sie dann Ihren Hund auf seinen Platz und lassen Sie ihn dort bleiben. Öffnen Sie ruhig die Tür, stecken Sie dem Mann von der Post einen feinen Happen zu und rufen Sie dann Ihren Hund zu sich. Er darf kommen und soll brav Sitz machen vor dem Briefträger. Dieser gibt ihm dann, wenn er bereit ist, das Trainingsspielchen mitzuspielen, und keine Angst vor Hunden hat, das besonders begehrte Leckerli. Wetten, dass die beiden ziemlich schnell Freundschaft schließen? Dieses Training kann man von Mal zu Mal wiederholen, bestimmt macht auch der Gasableser einmal mit oder der Mann von der Versicherung. Und schon bald ist es keine Stresssituation mehr, wenn ein Fremder an der Tür steht - er wird höchstens kurz melden, wenn‘s geklingelt hat, und sich ansonsten freuen, dass ihn etwas Positives erwartet: ein Leckerchen vom Briefträger!

Spielverhalten der KREATUR HUND

Montag, 03. August 2009

Spielen in der Gruppe: Achten Sie darauf, dass die Rollen beim Spielen immer wieder wechseln und nicht ein Hund ständig unterliegt.

Eine Hundewiese, auf der mehrere Hunde nach Herzenslust miteinander toben, lässt die Herzen der meisten Hundehalter höher schlagen. Da jagt ein Hund dem anderen hinterher, zwei Hunde balgen miteinander, während die nächste Gruppe um den Besitz eines Stockes kämpft. Die Menschen stehen dabei zusammen, man kann sich über die neuesten Erlebnisse mit seinen Vierbeinern austauschen und verlebt so einen tollen Nachmittag.

Ein solcher Ausflug ist vom Menschen gut gemeint, er möchte seinem Hund Sozialkontakt bieten. Wie denkt aber ein Hund über einen solchen Ausflug? Ist er wirklich begeistert davon? Dazu muss man wissen, welche Kriterien vorhanden sein müssen, damit es überhaupt zu echtem Spielverhalten kommt.


KRITERIEN VON SPIELVERHALTEN Spiel hat keinen Ernstbezug und keine Endhandlung: Die Verfolgung eines anderen Hundes endet nicht mit einer Tötungshandlung.

Beim Spiel wird übertriebenes Ausdrucksverhalten angewendet: Der Hund springt bei der Verfolgung eines Hundes mit hohen übertriebenen Sprüngen in die Luft.

Im Spiel findet ein ständiger Rollenwechsel statt: Nachdem der eine Hund verfolgt wurde, wendet sich plötzlich das Blatt, und der Verfolger wird zum Gejagten!

Beim Spiel gibt es keine Antriebe aus anderen Bedürfnissen: Ein Hund, der Hunger hat, wird auf ein Jagdspiel mit einem anderen Hund kaum eingehen, er wird eher die Jagd nach einem Kaninchen vorziehen.

Spiel findet lediglich im entspannten Zustand statt: Wird der gejagte Hund vom Verfolger als ernsthafter Konkurrent angesehen, schlägt Spiel schnell in Ernst um, es kann zu ernsthaften Verletzungen kommen.

“MITEINANDER STATT ÜBEREINANDER REDEN”

Treffen diese Kriterien auf das bunte Treiben auf der Hundewiese zu? Meistens leider nicht! Denn wenn man sich das Spiel der Hunde genau betrachtet, kann man feststellen, dass es häufig immer derselbe Hund ist, der gejagt wird. Dieser muss immer schneller laufen, immer mehr Haken schlagen und sieht sich oft dann auch noch mehreren Verfolgern gegenüber. Dass dieser Hund nach dem Spiel erschöpft ist, liegt dann nicht daran, dass er einen wunderschönen Nachmittag hatte, sondern dass er immer auf der Flucht war. Achten Sie also darauf, ob ein Rollenwechsel stattfindet. Ist es immer Ihr Hund, der von den anderen gejagt wird, helfen Sie ihm und gehen mit ihm zusammen aus der Situation heraus. Von einem gemeinsamen Spiel mit Ihnen zusammen wird er wahrscheinlich viel eher begeistert sein!

Aber muss ein Hund denn nicht Sozialkontakt haben und mit anderen Hunden spielen? Natürlich ist Sozialkontakt mit anderen Hunden für einen Hund wichtig, jedoch ist es beim Hund wie beim Menschen: Es gibt Antipathien und Sympathien! Wenn Sie zwei oder drei Hunde kennen, mit denen sich ihr Hund gut versteht, dann reicht das als Sozialkontakt aus. Treffen Sie sich mit diesen Hunden, machen Sie einen Spaziergang. Damit bieten Sie Ihrem Hund genug Möglichkeit, sich mit anderen Hunden auszutauschen und hündisch zu kommunizieren. Wenn es dabei nicht zu einem ausgelassenen Spiel kommt, brauchen Sie sich keine Sorgen zu machen. Wie alt ist Ihr Hund? Spätestens mit zwei Jahren ist ein Hund vollkommen ausgewachsen. Warum sollte er da ausgelassen mit anderen Hunden über die Wiese toben? Gespielt wird meist in der Phase des Heranwachsens. Es gibt auch erwachsene Hunde, die spielen, aber dann wird das Spiel in der Regel zu einem bestimmten Zweck benutzt.

Der erwachsene Althund, der mit dem neu ins Rudel eingezogenen Welpen spielt, bringt diesem die Regeln bei, die er in der neuen Gemeinschaft einhalten muss. Auch zwischen Hündin und Rüde, die in einem Rudel leben, kann man spielerische Aktionen beobachten, oft steht dann die sexuelle Komponente im Vordergrund. Auch bei gleichgeschlechtlichen Hunden in einem Rudel findet Spielverhalten statt. Denn man kennt sich genau, man kann sich gut einschätzen und weiß, wie weit man gehen darf. Dies alles ist bei fremden Hunden nicht der Fall. Da wird Spiel genutzt, um auszuloten, wie man zueinander steht.

ANZEICHEN VON STRESS? Beobachten Sie beim Spiel Ihren Hund genau: Fühlt er sich wohl? Zeigt er Zeichen von Unwohlsein oder Stress, indem er gähnt oder sich kratzt? Dann brechen Sie das Spiel lieber ab und beschäftigen sich selbst mit Ihrem Hund, etwa mit einem schönen Apportierspiel. Einen Ball sollte man übrigens niemals in eine Gruppe Hunde werfen, die Sie nicht gut kennen. Denn schnell wird dann aus Spiel Ernst und ein Beutestreit mit ernsthaften Konsequenzen ist die Folge!

Hundes Lustiges Treffen: Die Hunde spielen, die Menschen plaudern, alle sind glücklich. Wirklich? Achten Sie darauf, dass Ihr Hund sich durch das Treffen nicht gestresst fühlt.

Wenige gute Freunde: Wenn Sie zwei bis drei Hunde kennen, die Ihr Hund gerne mag und die er regelmäßig treffen kann, dann reicht das als Sozialkontakt vollkommen aus.

Sinn und Unsinn von Raufergruppen

Sonntag, 14. Juni 2009

Rangeleien: Bis zu einem gewissen Grad sind sie normal, allerdings dürfen sie nicht zu ernst werden.

Der Besuch einer Welpengruppe ist für viele Hundehalter bereits ganz selbstverständlich. Die Welpenzeit ist aber begrenzt, etwa ab 16 Wochen entwickelt sich der Welpe zum Junghund. Wie sollte nun ein weiteres Training aussehen? Viele Hundeschulen bieten im Anschluss an die Welpengruppe sogenannte „Raufergruppen“ an. Macht es Sinn, eine zu besuchen, und wie sollte der Ablauf aussehen?

Die Zeit vom vierten bis zum sechsten Monat nennt man auch die Rudelordnungsphase. Stand der Welpe bisher eher außerhalb der Rangordnung, bekommt er nun einen festen Platz. Dies bedeutet, dass man um den besten Platz kämpfen muss, und so gibt es schon einmal ernsthafte Streitigkeiten unter den Geschwistern. Zudem muss der Welpe lernen, seinen Teil zum Überleben des Rudels beizutragen. So begleiten die jungen Hunde die Alttiere bei der Jagd, der Welpe lernt den Ernst des Lebens kennen.

Schaut man sich diese Entwicklung an, wird klar, dass sich eine Junghundegruppe von einer Welpengruppe unterscheiden muss. Nicht mehr das Spiel der Hunde muss im Vordergrund stehen, sondern das Training mit dem Menschen. Der junge Hund ist für alles offen und kann nun zu einem Team mit seinem Menschen geformt werden. Verpasst man diesen wichtigen Schritt, besteht die Gefahr, dass sich der Hund verselbstständigt. Denn spätestens zu Beginn der Geschlechtsreife zwischen dem sechsten und neunten Monat hat der Hund dann kaum noch Interesse an einer Zusammenarbeit mit dem Menschen.

ÜBUNGEN MIT VIEL ABWECHSLUNG

Zunächst werden in der Junghundegruppe die Grundübungen aus der Welpengruppe vertieft. Natürlich trainieren auch in einer Junghundegruppe nicht alle Mensch-Hund-Teams gleichzeitig, denn das wäre zu viel Ablenkung. Ein Mensch führt unter Anleitung des gepr. Ausbilder etwas abseits eine kleine Aufgabe mit seinem Hund durch, während die anderen Hunde angeleint neben ihren Menschen warten. Auch das ist etwas, das ein junger Hund lernen muss: Er ist nicht immer Mittelpunkt aller Aktionen und kommt erst an die Reihe, wenn er ruhig und entspannt wartet. Da ein gleichförmiges Training die jungen Hunde langweilt, ist es wichtig, Abwechslung zu schaffen. In einer Stunde steht etwa Agility auf dem Programm, in einer anderen Stunde Suchspiele und dann Apportierübungen. Natürlich kann nach einem erfolgreichen Training auch ein Spiel der Junghunde folgen. War es in der Welpengruppe schon wichtig, das Spiel der Welpen gut zu beobachten, so ist es das nun erst recht! Denn die jungen Hunde sind schneller und geschickter, sodass der Mensch eventuell nicht mehr hinterherkommt.

ALLES WIRD BEOBACHTET

Auch das Durchsetzungsvermögen der Hunde nimmt zu. Die Gefahr, dass ein Hund bedrängt wird oder sich einer zu einem Rauf er entwickelt, ist in der Junghundegruppe besonders groß. Eine Raufergruppe mit mehr als sechs Hunden, bei der sie außerhalb des Platzes warten müssen und bei der das Spiel nicht beobachtet wird, sollten Sie meiden. In einer guten Junghundegruppe wird ein Hund, der ständig andere bedrängt, durch eine Auszeit zur Ruhe gebracht oder durch einen Schnauzgriff korrigiert. So lernt er, dass zu raues Spielverhalten dazu führt, dass er nicht weiterspielen darf. Und natürlich gilt auch hier wie in der Welpengruppe, dass ein bei Frauchen oder Herrchen Schutz suchender Hund diesen auch bekommt. Denn nur so kann erlernen, weiterhin seinem Menschen zu vertrauen und sich auch in einer fremden Hundegruppe gut zurechtzufinden.

(( Im Alleingang zeigen sich oft die Stärken… nämlich die um den Rassehund… Meinung, Anregung…??? ))