Ein Rennwagen für Katy
Mittwoch, 05. August 2009Mischlingshündin trotz gelähmter Hinterbeine voller Lebensfreude
Manchmal wandelt sich Trostlosigkeit erst durch ein Unglück zum Besseren. Ohne ihren schweren Unfall, bei dem sie gelähmt wurde, hätte Hündin Katja wohl für immer ein Dasein als bulgarischer Straßenhund gefristet. Heute lebt sie geborgen in einer Familie der Dürkheimer Tierhilfe und kann sich dank eines speziellen Rollwagens wieder fast frei bewegen.
Ein Hundeleben zählt in Menschenaugen oft erschreckend wenig: Tagelang lag ein schwer verletzter Schnauzermischling bewegungsunfähig an einer Straße in Sofia - für Anwohner und Autofahrer nur eine unbedeutende Randerscheinung. Nach acht Tagen endlich erbarmte sich ein Passant und informierte den örtlichen Tierschutz.
Eine Mitarbeiterin holte den Hund ab und ließ ihn untersuchen. Die Diagnose: Die Hinterbeine waren durch den Zusammenprall mit einem Auto gelähmt. Doch die etwa zweijährige Hündin fiel zugleich durch ihren besonderen Lebenswillen auf. Sie bekam den Namen Kaja. Ihren Transport in die Pfalz organisierte ein länderübergreifendes Netzwerk von Tierschützern. “Sie ist unglaublich dankbar und jeder, der sie kennen lernt, bewundert ihre Lebensfreude”, beschreibt Judith Räch, Vorsitzende und Gründerin der Tierhilfe Bad Dürkheim, das Tier.
Die Begegnung mit Katja beim RHEINPFALZ.TERMIN verläuft überaus freundlich. Gern lässt sich die sanftmütige Hündin Kopf und Rücken streicheln und schmiegt sich zutraulich an. Anhänglich folgt sie uns auf Schritt und Tritt. Für das Foto wird sie an ihr Wägelchen gespannt und bleibt brav stehen - ein beeindruckendes Bild für ein Lebewesen, das sich nie aufgegeben hat. Der Rollwagen, eine bewährte Vorrichtung für laufbehinderte Hunde, wurde mit Spenden finanziert und von einem Tierorthopäden angefertigt. Er ersetzt beim Spaziergang die Funktion der gelähmten Hinterbeine. “Rennwagen” nennt Tierhilfe-Mitarbeiterin Michaela Schneider, bei Katja jetzt lebt, das Gefährt. Denn munter zieht die Hündin zweimal täglich damit los, selbstverständlich angeleint und fast so flott, wie es sich für ein Tier ihres Alters gehört.
Auch in der Wohnung und im Garten der Schneiders bewegt sich Katja trotz ihrer Behinderung gerne, spielt und tollt umher. Eine eigens angefertigte Schutzkleidung verhindert dabei ein Wundreiben der gelähmten Beine. Der Bewegungsdrang ist eine gute Voraussetzung für eine mögliche Besserung oder gar Heilung. Denn die Hinterbeine zeigen immer wieder deutliche Reflexe. So ist eine ehrenamtliche Therapeutin von Katjas Fortschritten angetan.
Die 2007 gegründete Tierhilfe ist dankbar für Spenden für Katjas weitere Behandlung. Noch steht nicht fest, ob eine Operation nötig ist. Selbst wenn die Lähmung nicht zurückgehen sollte: “Mit den entsprechenden Hilfen ist Katja heute ein glücklicher Hund.
Tierhilfe Bad Dürkheim:
VR-Bank RheinHaardt, Konto 5253080, BLZ 54561310


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