Ein Schnüffler auf Schädlingsjagd
Dienstag, 01. März 2011Belgischer Schäferhund spürt Bettwanzen auf
Madox wackelt mit seinem Schwanz. Der Belgische Schäferhund hat sichtlich Spaß daran, seine Schnauze zwischen Bettdecke und Matratze zu drücken und immer wieder ein weißes Stoffbündel hervorzuziehen, in das sein Herrchen zu Trainingszwecken tote Bettwanzen verpackt hat. Madox ist der bundesweit erste Spürhund, der die kleinen Blutsauger anhand ihres Geruchs erkennen und ausfindig machen kann.
Seit Oktober 2009 stellt er seine feine Schnauze in den Dienst des Nürnberger Schädlingsbekämpfers APC. “Wenn er Bettwanzen findet, kratzt er oder legt sich hin”, schildert Jens Wenzel, der nicht nur Madox’ Herrchen und Trainer ist, sondern in gewisser Weise auch sein Arbeitskollege. Denn der Schädlingsbekämpfer begleitet den zweieinhalbjährigen Schäferhund bei seinen Einsätzen und sorgt mit den richtigen Befehlen für dessen ordentliches Benehmen. Wichtig dabei sei, dass Madox immer brav gestreichelt und mit kleinen Spielpausen belohnt werde, erzählt der 48-Jährige.
Madox’ Vater war beim Zoll und hat seinem Sohn die gute Nase vererbt.
“Die Idee zum eigenen Bettwanzen-Spürhund kam auf einer Fachmesse in den USA, wo Bettwanzen- Spürhunde schon länger erfolgreich eingesetzt werden”, sagt APC-Niederlassungsleiter Alexander Kassel. Zurück in Deutschland machte er sich auf die Suche nach einem geeigneten Hund und fand Madox, dessen Spieltrieb und ausgeprägter Geruchssinn erblich bedingt sein dürften: Sein Vater setzte seine feine Nase viele Jahre als Spürhund beim Zoll ein, weil er fünf verschiedene Sprengstoffe unterscheiden konnte.

Etwa neun Monate dauerte die Ausbildung ehe Madox von Erfurt aus, wo er in Wenzels Familie mit zwei anderen Hunden lebt, auf Wanzenjagd im ganzen Bundesgebiet gehen konnte. Dabei könne er bis zu 15 Zimmer am Tag durchstöbern. Meist wird Madox zur Prävention eingesetzt, wen ein Bettwanzen Befall ausgeschlossen werden soll oder die Insekten zwar vermutet aber, noch nicht entdeckt wurden. Denn die auf menschliches Blut spezialisierten, bis zu sechs Millimeter großen, braunen Krabbler sind mit bloßem Auge zwar zu erkennen, können sich aber gut verstecken: in Falten den Bettmatratzen, Lampe oder Fernsehern und auch in Nähten von Koffern und Rucksäcken.
Letzteres trug auch dazu bei, dass sie sich vor allem an beliebten Reisezielen rasch ausbreiten konnten. “New York hat ein großes Bettwanzenproblem. Paris, Berlin, Rom, London und München sind extrem betroffen”, schildert Kassel. Mit herkömmlichen Pestiziden kann den Blutsaugern längst nicht mehr der Garaus gemacht werden: Die meisten sind immun dagegen geworden. Befallene Räume müssen über einen längeren Zeitraum mit einem speziellen Ofen auf etwa 60 Grad erhitzt und damit die aus Eiweiß bestehenden Wanzen und ihre Eier abgetötet werden.


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