| A B C rund um den B E R N H A R D I N E R Gut sortiert gut zu finden! |
|
" STB & FCI B E S C H R E I B U N G'en " Online New's ST. BERNHARDSHUND » mitteilungen « aus Elmstein/Pfalz |

| Unter Mitwirkung der namhaften Züchter und Preisrichter und in übereinstimmung mit den officiell anerkannten Rassezeichen der maßgebenden Vereine des In- und Auslandes, aus dem Jahre 1895 von WILHELM FRIEDRICH B L O C K VDH - HUNDEFüHRERSCHEIN - PRüFER PC • überarbeitet © ® |

Die Hunde dieser Gruppe stehen Hinsichtlich der allgemeinen Körperform zwischen den schweren Doggen (Bullenbeisser und Mastiff) und den Rüden. Sie unterscheiden sich von ersteren hauptsächlich durch die Form des Kopfes, welche (von oben gesehen) sich mehr der stumpfen Keilform nähert, ferner durch den im Profil höher gewölbten Oberkopf, durch den schwachen Unterkiefer und den stärker ausgebildeten Behang. - Von den Rüden unterscheidet sie der massigere Körperbau, der schwere Kopf mit kurzem, im Profil sehr tiefem Schnauzentheil und stark entwickelten Lefzen. Die Behaarung ist länger und dichter, namentlich an der Unterseite der buschigen Ruthe; am übrigen körper findet sich entweder das dichte, verlängerte Stockhaar (kurzhaariger Bernhardshund) oder das lange, weiche Seidenhaar ähnlich der schwach gewellten Behaarung unserer langhaarigen Vorstehunde. Die Färbung ist gegenwärtig bei den Bernhardinern auf Rothgelb mit weissen Abzeichen oder Weiß mit rothgelben Platten und auf Gelbbraun und dunkel gestromt beschränkt; bei den Neufundländer finden wir nur das einfarbige Schwarz und das Weis mit schwarzen Platten - bei den Tibethunden nur schwarz mit wenigen gelbbraunen, dachshundartigen Marken. Mit Ausnahme des Tibethundes, welcher in seiner heimat ausschließlich als Wachhund dient gegen Fremde vorwiegend bösartig auftritt und in der Kopfbildung den Doggen am nächsten steht, finden wir bei den Hunden dieser Gruppe meist ein friedfertiges, menschenfreundliches Wesen und hohe Intelegenz. Es steht dies im Einklang mit ihrer uesprünglichen Verwendung, welche sich zunächst auf die Rettung verunglückter Menschen erstreckte und daher wohl als die edelste Thätigkeit des Hundes im Dienste des Menschen betrachtet werden kann.

Diese Rasse, welche in neuerer Zeit einen so bedeutenden Aufschwung genommen hat, führt ihren Namen bekanntlich von dem auf der höhe des großen Bernhard belegen Hospiz, welches in seinen ersten Anfängen traditionell bis ins 8. Jahrhundert zurückreichen soll. - In früherer Zeit, als anderweitige Verbindungswege selten waren, und der Paß über den St. Bernhard bei Weitem mehr als Alpenübergang benutzt wurde als heutzutage , hatten die Klosterbrüder häufig Gelegenheit, Reisenden, welche im Nebel oder Schneegestöber unterwegs verirrt waren, zu hilfe zu kommen.

Bei diesen mühsamen, täglichen gängen führten sie als Pfadfinder und zum Aufsuchen Verunglückter immer mehrere gut abgerichtete Hunde mit sich -- Einer dieser hunde, Namens Barry, welcher nach 12 jährigem Bergdienst im Jahre 1812 einging und noch jetzt im ausgestopften zustand im Berner Museum gezeigt wird, rettete während jener zeit nach zuverlässiger überlieferung eine grosse Anzahl von Menschenleben. (siehe roter hintergrund nachfolgend) Es muß hier bemerkt werden, daß der eigentliche, für den praktischen Gebrauch auf dem Hospiz gehaltene Bernhardshund immer kurzhaarig, oder richtiger Stockaarig war; die lange, weiche Behaarung unserer langhaarigen modernen Bernhardshunde würde im Schneegestöber jener unwirthlichen höhen gewiss den Hunden die Arbeit erschwert haben.
Ohne Frage sind übrigens die Zeitungen der Bernhardshunde im Allgemeinen vielfach übertrieben worden. als Kindermärchen betrachtet ich alle jene poetischen Schilderungen und Abbildungen, welche die Hunde des Hospizes mit Decken und Erfrischungen beladen allein auf die Suche nach Verunglückten ausziehen lassen; ebenso jene rührende Scene, wo der alte Barry mit dem geretteten Kinde auf dem Rücken auf der Schwelle des Hospizes an der locke ziehend Einlaß begehrte! - Siese und andere Fabeln entstanden während der "empfindsamen" Periode in den zwanziger Jahren und haben sich zum Teil bis heute fortgepflanzt.
Für den Dienst des Hospizes haben daher immer nur kurzhaarige oder richtiger "stockhaarige" hunde Verwendung gefunden, da diese Varietät indeß erfahrungsmäßíg oft nach einigen Generationen die gewünschte dichte und volle Behaarung verliert, so ist es seit langer zeit Gebrauch geworden, die kurzhaarige Varietät mit der langhaarigen, welche mehr in den Niederungen gehalten wird, zu kreuzen.

In den Würfen finden sich dann theils kurz=, theils langbehaarte Welpen, seltener die nicht gewünschten Mittelform. Die rein gezüchteten
Bernhardshunde zeigen sich bei guter Behandlung durchschnittlich als gutmütige, sehr anhängliche und gelehrige Thiere, wiewohl ihre
Intelligenz vielleicht nicht so bedeutend ist, wie die des Neufundländers. -- Im Gegensatz zu letzterem zeigt der Bernhardshund durchaus seine
vorliebe für das Wasser, ohne dasselbe eben zu scheuen. Gegen Regen und Kälte ist er weniger empfindlich wie die Neufundländer. Es ist
anzunehmen, daß die Verwendung großer hunde für den Bergdienst schon seit Jahrhunderten stattfand, doch fehlen nähere Berichte über
die Zeit der Entstehung oder Einführung der heutigen Rasse der Bernhardiner, welche mit Sicherheit kaum über den Anfang dieses Jahrhunderts
zurückzuführen sind. Die grosse Verbreitung, welche diese und ähnliche Formen großer Hunde aber noch heutzutage in der ganzen Schweiz haben,
läßt nicht annehmen, daß man zuerst und ausschließlich nur auf dem Hospiz für den gedachten zweck eine besondere Rasse (siehe roter
hintergrund nachfolgend) durch complizierte Kreuzungen herstellte! Man benutzte das überall im Lande vorhandene Material, welches
durch andauernde Zuchtwahl sich allmählich zu einer Rasse herausbildete. -- So konnte auch der angebliche Verlust sämmtlicher hunde
deshospizes im Jahre 1816, wenn derselbe überhaupt stattgefunden hat, nicht so schwer zu ersetzen sein. Noch jetzt werden hunde
der früheren Rasse auf dem St. Bernhard gehalten, doch ist ihre Verwendung eine weit beschränktere geworden, seit außer dem Bernhardspass
manche andere und bequemere Verbindungen hergestellt sind. -- Herr v. Berlepsch=Seedorf, ein guter Hundekenner und vorurteilfreier Beobachter,
besuchte das Bernhardshospiz 1883 und theilte mir über die damaligen dortigen Verhältnisse nachstehendes mit:
"Von den 11 dort vorhandenen alten Hunden werden noch drei benuzt, um bei schlechtem Wetter die Knechte des Hospizes auf ihren Wegen nach dem
zwei Stunden entfernten Martignn, wie auf der italienischen Seite nach dem gleich weit entlegenen Aosta und zurück zu begleiten.
Die Hunde kennen den Weg genau, selbst wenn derselbe durch Schnee verweht ist, und die Mönche sind somit nicht der Gefahr ausgesetzt,
sich zu verirren oder in Abgründe zu stürzen. -- Dienste wie der alte Barry sie häufig geleistet, kommen wohl kaum noch vor, auch werden
etwaige Erfrischungen usw. nicht mehr wie früher von den Hunden, sondern von den Knechten selbst getragen. Doch wurden uns im Klostermuseum
die Decken gezeigt,welche man früher den Hunden auf den Rücken schnallte und die Fäßchen, welche sie unter dem Halse trugen. -- übrigens
waren die auf dem Hospiz vorhandenen Hunde (1883) von sehr verschiedener Güte, neben einigen schönen, edel aussehenden Thieren, fand ich
andere von gemeinem Aussehen. Die Behaarung der Hunde ist durchweg kurz (Stockhaarig), die Farbe vorherrschend weis mit roth= oder braungelben
Platten. (Im Inneren des Hospizgebäudes fand ich jedoch eine große Anzahl gegerbter, als Fußdecken benutzter Felle, welche fast nur einfarbig
rotgelb gefärbt waren.
In neuerer Zeit hat man versucht, die Abstammung der Bernhardhunde bis auf die kleinen Hunde der Schweizer Pfahlbauten zurückzuführen. Ohne die Möglichkeit dieser weitläufigen Verwandschaft in Abrede zu stellen, möchte der Verfasser doch auf die näher liegende Abstammung von den schweren Doggen= oder Bullenbeisserformen hinweisen, welche gegenwärtig fast nur durch den englischen Mastiff vertretten werden. Diese schweren Hof= und Hetzhunde waren früher keineswegs auf England und die Schweiz beschrängt, sondern schon im Mittelalter über den ganzen Continent in wechselnder Form verbreitet. Aus diesen schweren Formen entwickelten sich -- wahrscheinlich erst im Laufe des vorigen Jahrhunderts -- in der Schweiz die Vorfahren des Bernhardhundes. -- Umgegehrt sind erweislich noch in den 30 er Jahren ganze ganze Zuchten von Bernhardshunden unter dem Namen "Alpine Mastiffs" nach England geschafft, um dort den fast ausgestorbenen englischen Mastiff wieder herzustellen. -- Ob die spätere langhaarige Form des Bernhardiners durch Kreuzung mit langhaarigen Jagdhunden, Neufundländern oder Walliser Schäferhunden entstand, bleibt fraglich.
Langhaarige Exemplare waren auch hier nicht zu finden.) Behänge und Ruthen der damals auf den Hospiz lebenden Hunde wurden
sehr verschieden getragen. Durchweg fand ich eine mehr oder weniger stark gewölbte Stirn bei diesen Hunden. Alle, von den augenscheinlich
nicht sehr in der Kynologie bewanderten Conventualen, als "echt" bezeichneten Hunde hatten zwei starke Afterklauen an den hinterläufen,
von denen die eine oft nur lose in der haut hing. Die langen Nägel dieser Zehenrudimente müssen den Hunden beim gehen jedenfalls oft hinderlich
gewesen sein. Auserdem wurde ich bei einigen Exemplaren auf das verlängerte dichte haar zwischen den Zehenballen aufmerksam gemacht, welche
sich zum Theil auf die Sohlen der Ballen legt, jedenfalls Schutz gegen Wundlaufen auf gefrorenem Boden gewährt. Die nase der Hunde wurde als
vorzüglich gerühmt -- ihre äussere Erscheinung ist im Allgemeinen noch dieselbe wie die des alten Barry, welcher ausgestopft im Berner Museum
sich befindet." -- Ein streng rationeles Züchtungsverfahren findet auf dem Hospiz wohl kaum statt, Hunde und hündinnen laufen gemeinschaftlich
umher, etwa zwei bis drei Würfe werden jährlich aufgezogen und durchschnittlich das Stück mit 300 Francs an Reisende, namentlich an Engländer,
verkauft. Einige junge Hunde waren in den tiefer und vor den scharfen Winden mehr geschüzten "Cantine de la Prozze" untergebracht."
Manche junge Hunde werden auch vom St. Bernhard nach dem Hospiz auf dem Simplon zur Aufzucht geschickt. Die Thiere gedeihen hier in Folge des
milderen Klimas besser, sie sind derselben Abstammung wie die auf dem grossen St. Bernhard, werden aber zu keiner Dienstleistung herangezogen.
Doch werden sie gern gezüchtet, da ihr Verkauf ein gutes Stück Geld abwirft. -- Herr Marx Hartenstein=Plauen, welcher den Simplon 1884 besuchte,
fand dort nur sieben Stück vor, darunter zwei vier Monat alte, welche kurz zuvor vom St. Bernhard geschickt waren. --"Größe und Farbe sämmtlicher
Hunde lies zu wünschen übrig im Vergleich zu den früher dort vorhandenen Hunden. -- Sämtlich Hunde hatten Afterklauen, meißtens waren dieselben
doppelt, die Hinterfüße meist nach aussen gerichtet, dabei war der Gang indes nicht Kuhhessig, sondern im Schritt nur etwas schwankend". Soweit
Herr Hatenstein. Wenn auch die Züchtungsverhältnisse auf dem Bernhard und Simplon durch Einwirkung der Schweizerischen kynologischen Gesellschaft
sich möglicherweise günstiger gestaltet haben, glaubt der Verfasser doch die obigen, unparteiisch gehaltenen Schilderungen hier anführen zu
müssen, da man bei uns nur zu sehr geneigt ist, die Hunde vom Hospiz als das A und O aller Bernhardinerzüchtung zu betrachten. In wirklichkeit
können die wenigen Hunde welche überhaupt jährlich auf dem Hospiz gezogen werden, gar nicht in Vergleich kommen mit der grossen Zahl rassiger
Hunde, welche gegenwärtig an vielen Orten der Schweiz, namentlich im Kanton Bern, von Privaten gezüchtet werden. -- Großes Verdienst um die
Bernhardinerzucht hat der Freund dieser Rasse wenigstens dem Namen noch nekannte Herr Schumacher in Holligen bei Bern, welcher diese Hunde schon
seit länger als 30 Jahren nach dem Vorbild des alten Barry züchtete. Im Jahre 1812 machte Herr Schumacher den Konventualen des Hospizes ein paar seiner
schönen Hunde zum Geschenk und es soll der männliche Hund, welcher dem alten Barry sehr ähnelt, zur Veredlung und Auffrischung der Rasse beigetragen haben.
--In neuester Zeit finden wir das Gros der Bernhardzüchter überhaupt im Kanton Bern, nämlich die Herren Gebrüder Boß in Grindelwald, Egger Vater und
Sohn in Fruttigen und Kandersteg, Gurtner in Lauterbrunnen, Fahrny und Tschaggeny in Thun. -- Ferner erwähnen wir B. Siegmund in Basel,
Frau Geheimrat Deichmann in Vaduz, Dr. med. Künzli in St. Gallen und den kynologischen Verein Barry ebendaselbst. Dr. Künzli ist vielleicht
der erfolgreichste und eifrigste der jetzigen Züchter, die Zahl der in seinem Besitz befindlichen, meist selbst gezüchteten St. Bernhardshunde
belief sich im Jahre 1889 auf cirka 70 bis 80 Köpfe. Die meisten während der letzten Jahre prämiirten kurz- und langhaarigen Hunde stammen
aus dem genannten Zwinger.
Unter den Schweizer Züchtern sind ferner zu erwähnen:
Jörin-Gerber in Zürich, Dr. Uraumann in Woldenburg, Zwinger Baumgarten in Thun,
E. Vogt in Winterthur und Kohler-Grütter in Basel.
Es ist wohl nicht in Abrede zu stellen, daß die zunehmende Veredlung und Massenzüchtung während der letzten 15 bis 20 Jahre zunächst,
wenn nicht ausschließlich der Vorliebe der Engländer (in neuester Zeit auch der Amerikaner) für die Bernhardshunde zu verdanken ist. --
Eine Feststellung der Rassezeichen dieser Hunde fand sogar in England früher statt, als in der eigentlichen Heimat des Bernhardiners. Der
starke Export nach England hat auf die continentalen Züchter sehr anregend gewirkt, dochsind erstere bald ihren eigenen Weg gegangen wie später
(vergl. die Bernhardiner in England) zeigen werden. -- Im nördlichen Deutschland, von wo die Kynologische Bewegung in den 70 Jahren zuerst ausging,
hat man in der Bernhardinerfrage nur langsam und verhältnismäßig spät das rechte Verständnis gefunden. Ursache war zunächst die große Seltenheit
rein gezüchteter Bernhardiner und der gänzliche Mangel officiell in der Schweiz anerkannter Rassezeichen und Stammbäume. Dazu kam die immer
mehr überhandnehmende Rasse der sogenannten "Leonberger, Berghunde usw.", welche in allen möglichen Behaarungen vorwiegend von Württemberg aus,
verbreitet wurden. (siehe roter hintergrund nachfolgend)So kam es, daß mann bei der ersten Versammlung zur Feststellung der Rassezeichen in
Berlin (Elite= Ausstellung 1878) eine gemeinsame Klasse der "Alpenhunde" ausstellte und dieselbe als kurzhaarige, langhaarige und wollige
(gerollte) unterschied. Nach verschiedenen späteren Abänderungen, welche sich immer als unzulänglich erwiesen, fand man endlich den richtigen Weg,
indem man die Bernhardiner als nationale Rasse den Schweizern und die Neufundländer den Engländern zur Bestimmung überließ. Die sämmtlichen in
Deutschland inzwischen
Es ist nicht zu übersehen, daß sich unter den sogenannten "Leonberger=Hunden" nicht selten wahre Prachtexenplare befanden, welche an Stärke und schöner Behaarung die meisten damaligen Bernhardshunde weit übertrafen. Die deutschen Vereine gaben sich gewiss nicht umsonst die Mühe, die Züchter dieser Zufallsprodukte zur Herstellung einer konstanten Rasse solcher Hunde zu bewegen.
entstandenen Kreuzungs= und übergangsformen aber wurden von den deutschen Vereinen nicht weiter berücksichtigt, da verschiedene Versuche, mit den Züchtern und Händlern dieser rasselosen Produkte zu einer Verständigung zu gelangen, sich als nuzlos erwiesen. -- Erst nach der Veröffentlichung des in England von Seiten des Kennelclubs aufgestellten Standard des St. Bernhardhundes (1882)erschienen auch die von der Schweizer kynologischen Gesellschaft aufgestellten offiziellen Rassezeichen (1888), welche sich von der englischen Auffasung in manchen Stücken unterschieden. -- Um zu einer allgemeinen gültigen Fassung der Rassezeichen der Bernhardshunde zu gelangen, beschlossen die Schweizer Vereine und Privatzüchter dann bei Gelegenheit der geplanten großen internationalen Ausstellung zu Zürich 1887, eine Zusammenkunft von Delegirten der englischen und kontinentalen Vereine zur Beratung und Erledigung der Bernhardinerfrage anzuregen. Da der Kennelclub sich nicht beteiligte, waren als Vertreter auswärtiger Vereine nur Baron W. v. Rauch (Deutsche Delegirten-Kommission), Hofbuchhändler Radetzki (Präsident des Hector-Berlin) und Max Hartenstein (Vorstandsmitglied des Hector) erschienen, welche im Verein mit den schweizer Delegirten und den anwesenden Preisrichtern und Züchtern unter Vorsitz des Dr. Künzli-St. Gallen die schwebenden Fragen zu allgemeiner Befriedigung der Versammlung lösten. Sehr erleichtert wurde diese Aufgabe durch das großartige Material der besten St. Bernhardshunde jener Zeit, welche zur Ausstellung eingeschickt waren und der Reihe nach während der Beratungen vorgeführt wurden. -- Das Resultat jener Sitzung ist in nachstehender Fassung niedergelegt:
a) Der kurzhaarige St. Bernhardshund
Allgemeines:
Kräftige, hohe, in allen Partien stramme, muskulöse 'Figur mit mächtigem Kopf und höchst intelligentem Gesichtsausdruck. Bei
Hunden mit dunkler Maske erscheint der Ausdruck ernster, doch nie bösartig.
Kopf: Wie der ganze Körper sehr kräftig und imposant. Der starke Oberkopf ist breit, etwas gewölbt und geht seitlich in sanfter
Rundung in die sehr kräftig entwickelten, hohen Backenpartien über. -- Hinterhauptsbein nur mäßig entwickelt. -- Der Subraorbitalrand
ist sehr stark entwickelt und bildet mit der Längsachse des Kopfes annähernd einen rechten Winkel. -- Zwischen den beiden
Supraorbitalbogen, an der Schnauzenwurzel, tief einschneidend, beginnend und gegen den Ansatz des Hinterhauptsbeines allmählich
seichter werdend, zieht sich eine, namentlich in der vorderen Hälfte kräftig markierte Furche über den ganzen Oberkopf. Die seitlichen
Linien vom äußeren Augenwinkel zum Hinterkopfe divergiren nach hinten ziemlich stark. -- Die Stirnhaut bildet über den Supraorbitalbogen
gegen die Stirnfurche convergirende, mehr oder weniger deutlich ausgesprochene, ziemlich starke Falten, die besonders im Affekt
stärker hervortreten, jedoch nichts weniger als den Eindruck des Finsteren bewirken. -- Der Oberkopf geht plötzlich und ziemlich
steil abfallend in die Schnauzenpartie über. -- Die Schnauze ist kurz, nicht verjüngt und der senkrechte Durchschnitt an der
Schnauzenwurzel muß größer sein als die Länge der Schnauze. -- Der Schnauzenrücken ist nicht gewölbt, sondern gerade, bei manchen
guten Hunden mitunter leicht durchgebrochen. -- Von der Schnauzenwurzel führt über den ganzen Schnauzenrücken eine ziemlich breite,
deutlich ausgesprochene seichte Rinne zur Nase. -- Die Lefzen des Oberkiefers sind stark entwickelt, nicht scharf abgeschnitten,
sondern in schönem Bogen in den unteren Rand übergehend, leicht überhängend. -- Die Lefzen des Unterkiefers dürfen nicht tiefhängend
sein. -- Das Gebiß ist im Verhältnis zur Kopfkonfiguration nur mäßig stark entwickelt. -- Ein schwarzer Rachen ist erwünscht. -- Die
Nase (Schwamm) ist sehr kräftig, breit, mit weit geöffneten Nasenlöchern und soll, wie die Lefzen, stets schwarz sein.
Der Behang ist mittelgroß, ziemlich hoch angesetzt, an der Basis mit sehr kräftig entwickelter Muschel leicht abstehend, dann
in scharfer Biegung seitlich abfallend und ohne jede. Drehung der Kopfform sich anschmiegend. Der Oberlappen ist zart und bildet
ein abgerundetes, nach der Spitze hin wenig verlängertes Dreieck, dessen vorderer Rand fest am Kopfe anliegt, während der hintere,
besonders bei aufmerksamer Haltung, etwas abstehen darf. Schwach angesetzte Behänge, die sich an ihrer Ansatzlinie sofort dem
Kopfe anschmiegen, geben demselben ein ovales, zu wenig markirtes Aussehen, während die kräftig entwickelte Behangbasis demselben
eine mehr eckige, breitere Oberkopfpartie und ein viel ausdrucksvolleres Aussehen verleiht.
Die Augen stehen mehr nach vorn als nach der Seite, sind mittelgroß, braun, nußbraun, mit klugem, freundlichen Ausdruck, liegen
mäßig tief; die unteren Lider schließen in der Regel nicht vollkommen und bilden dann gegen den inneren Augenwinkel eine eckige
Falte. Zu tief hängende Lider mit auffällig hervortretenden Thränendrüsen oder hochgeröteter, wulstiger Bindehautfalte sind verwerflich.
Der Hals ist hoch angesetzt, sehr kräftig und wird im Affekt steil, sonst aber horizontal oder leicht gesenkt getragen. Der
übergang vom Kopf zum Nacken ist durch eine deutliche Furche markiert. Nacken sehr muskulös und seitlich gewölbt, wodurch der
Hals ziemlich stark erscheint. Gut ausgesprochene Kehl- und Halswamme, doch ist zu starke Entwicklung derselben nicht erwünscht.
Die Schultern sind schräg und breit, sehr muskulös und kräftig. Widerrist stark ausgeprägt.
Der Brustkasten ist sehr gut gewölbt, mäßig tief, soll nicht über die Ellenbogen herabreichen.
Rücken: Sehr breit, nur in der Lendengegend ganz leicht gewölbt, sonst bis zur Hüfte vollkommen gerade, von der Hüfte zur Kruppe
sanft abfallend und unvermerkt in die Schwanzwurzel übergehend.
Hinterhand: Gut entwickelt, Keulen sehr muskulös.
Bauch: Von der sehr kräftigen Nierenpartie deutlich abgesetzt, nur wenig aufgezogen.
Die Rute (Stiel, Schwanz), unvermittelt aus der Kruppe breit und kräftig entspringend, ist lang, sehr schwer; sie endigt in kräftiger
Spitze und wird in der Ruhe gerade herabhängend, nur im unteren Drittel leicht aufwärts gekrümmt getragen. Bei einer großen Anzahl
von Exemplaren wird die Rute an der Spitze leicht umgebogen getragen (wie bei allen früheren Hospizhunden nach früheren Gemälden)
und ist daher s-förmig hängend. Im Affekt tragen alle Hunde die Rute mehr oder weniger stark nach oben gebogen. Doch darf sie nicht
zu steil oder gar über den Rücken gerollt getragen werden. Leichtes Umrollen der Schwanzspitze noch eher gestattet.
Oberarm: Sehr kräftig und außerordentlich muskulös.
Vorderläufe: Gerade, kräftig.
Hinterläufe: Im Sprunggelenk mäßig gebogen, je nach Entwicklung einfacher oder doppelter Wolfsklauen (Sporen), in den Füßen mehr
oder weniger nach außen gedreht, was nicht mit kuhhessig zu verwechseln ist.
Pfoten: Breit, mäßig geschlossen, mit kräftigen, ziemlich stark gewölbten Zehen. Die einfachen oder doppelten Sporen tief angesetzt,
so daß sie fast mit der Sohlenfläche in gleicher Höhe zu stehen kommen, wodurch allerdings eine Verbreiterung der Gehfläche bewirkt
wird und der Hund im Schnee weniger leicht durchbrechen kann. Es gibt Hunde, welche an den Hinterfüßen eine regelmäßig gebildete,
fünfte Zehe tragen (Daumen). Die sogenannten Wolfsklauen, welche sich mitunter an der Innenseite der Hinterfüße vorfinden, sind
unvollkommen entwickelte Zehen und haben für den Gebrauch wie für die Beurteilung des Hundes keinen Wert.
Das Haar ist sehr dicht, stockhaarig, glatt anliegend, derb, aber doch nicht rauh sich anfühlend. Keulen sind leicht behost. Die
Rute an der Basis länger und dichter, gegen die Spitze allmählich weniger lang behaart. Die Rute erscheint bischig, keine Fahne bildend.
Farbe: Weiß mit Rot oder Rot mit Weiß, das Rot in seinen verschiedenen Nuancen; weiß mit graugelben bis graubraun geformten Platten,
oder eben diese Farben mit weißen Abzeichen. Die Farben Rot oder Graugelb und Braungelb sind völlig gleichwertig. Unbedingt nötige
Abzeichen sind: Weiße Brust, Füße und Rutenspitze, Nasenband, Halsband;Genickfleck und Blässe sind sehr erwünscht. Niemals einfarbig
oder ohne Weiß. Fehlerhaft alle anderen Farben außer der sehr beliebten dunklen Verbrämung am Kopf (Maske) und den Behängen.
Die Schulterhöhe des Hundes (mit Galgenmaß gemessen) sollte im Minimum 70 cm, der Hündin 65 cm betragen. Die weiblichen Tiere sind
durchweg zarter und feiner gebaut.
Als fehlerhaft sind alle mit den Points nicht stimmenden Abweichungen zu betrachten.
Der langhaarige Hund ist vollkommen der gleiche, mit Ausnahme der Behaarung, die nicht stockhaarig, sondern
mittellang, schlicht bis leicht gewellt, nie gerollt auf dem Rücken, namentlich in der Gegend der Hüfte bis zur Kruppe, etwas
stärker gewellt, was übrigens leicht angedeutet auch bei dem stockhaarigen, selbst dem Hospizhund zu treffen ist.
Die Rute ist buschig, stark, doch mäßig lang behaart. Gerolltes oder gelocktes Haar an der Rute nicht erwünscht. Gescheitelte
oder Fahnenrute fehlerhaft. Gesicht und Behang sind kurz und weich behaart; länger entwickeltes Seidenhaar an der Ohrbasis gestattet,
resp. Fast stets, so zu sagen als Norm vorkommend. Vorderläufe nur leicht befedert; an den Keulen stark entwickelte Feder.
Fehlerhaft sind vor allem Bildungen, die an Neufundländerkreuzungen erinnern, wie z. B. Senkrücken und unproportioniert langer
Rücken, zu stark durchgebogene Sprunggelenke und mit aufstehenden Haaren besetzte Zwischenräume der Zehen.
Baron von Rauch, Abgeordneter der deutschen Delegirtenkommission. Ludwig Beckmann - Düsseldorf. H. Inman - Betterton, England.
Max Hartenstein - Plauen, Vorstandsmitglied des Vereins "Hector", Berlin. Radetzki, Präsident des Vereins "Hector", Berlin. E.
K. Korthals - Biebesheim, Hessen. E. Pinggera, Zwinger "Bavaria", München. B. Siegmund - Basel und Dr. Th. Künzli - St. Gallen,
Vertreter des Schweizerischen St. Bernhard-Club. Dr. Machwürth von Lüttwitz - Zürich, Präsident der Schweizerischen kynologischen
Gesellschaft. Dr. E. von Murali - Wild - Zürich, Mitglied der Stammbuchkommission. U. Rittmann - Basel, Mitglied des Zentralvorstandes
der Schweizerischen kynologischen Gesellschaft.

Die Züricher Ausstellung 1887 war die erste "internationale" Ausstellung der Schweiz und das ganze Arragement derselben nach allen
Richtungen so vorzüglich und zweckentsprechend, dass sie ohne Frage zu den best eingerichteten aller bis jetzt abgehaltenen Ausstellungen
zu zählen ist. Herrn Dr. Machwürth von Lüttwitz gebührt die Ehre, die erste Anregung zu diesem Unternehmen gegeben und die Einrichtung
und Durchführung desselben vorzugsweise geleitet zu haben. - Die Zahl der ausgestellten Bernhardiner betrug im Ganzen 139; davon kamen
auf die Klasse der kurzhaarigen Hunde 40; kurzhaarige Hündinnen 32; langhaarige Hunde 49; langhaarige Hündinnen 18. - Die betreffenden
Klassen waren so vorzüglich vertreten, wie bis dahin auf keiner anderen Ausstellung des Kontinents, so dass ein neben uns stehender
Herr beim Vorführen der fünf besten langhaarigen Hunde in die Worte ausbrach: "für ein kynologisch gestimmtes Herz sei ein schönerer
Anblick kaum denkbar". In der Klasse der kurzhaarigen errang Nr. 268 des Katal. (Ivo des Herrn E. Weitnauer - Basel) den Ehrenpreis
(silberner Becher), wiewohl manche Züchter vielleicht Nr. 259 des Katal. (Pluto der Frau Geheimrat L. Deichmann - Vaduz) den Vorzug
gegeben hätten. Der letztere inzwischen eingegangene Hund hatte von jeher das Missgeschick, von manchen Kennern der Rasse als das
Ideal des Bernhardiners, von anderen als Karikatur desselben betrachtet zu werden. Sicher ist, dass dieser Hund die "Points" des
Bernhardshundes, namentlich in der Kopfbildung, in sehr extremer Ausbildung zur Schau trug (Mopsbildung). - Eine ganz vorzügliche
Kollektion bildeten die kurzhaarigen Hündinnen - von einem solchen Material ließ sich mit Recht viel erwarten. - Mit Spannung sah
man allgemein dem Wettkampf der langhaarigen Hunde entgegen, stand doch einer der berühmtesten Hunde Englands im Ring (Prinz Battenberg,
Besitzer: Mrs. Ling - Patton, Birmingham), und wirklich übten das schöne Ebenmaß seiner Körperformen und das prächtig gepflegte Haar
bei schöner Färbung einen bestechenden Einfluß auf manchen Betrachter aus, der von Weitem herbeigeeilt war, um diesen Hund zu sehen.
Allein die Preisrichter waren sofort einig, dass Prinz Battenberg trotz seines bestechenden äußeren Yong Barry (Nr. 35) des Herrn
Dr. Künzli - St. Gallen das Feld räumen müsse. Letzterer erreicht nicht ganz die Höhe und Mächtigkeit des vorigen, doch ist er
ebenfalls ein sehr kräftiger, regelmäßig gebauter Hund von guter Farbe und Behaarung und hat zugleich einen unübertrefflich typischen
Kopf von mächtigen Dimensionen, außerdem gute Rute mit durchaus korrekter Haltung. - Die beiden letztgenannten Partien waren bei Prinz
Battenberg weniger tadellos zu nennen, namentlich erschien der Kopf desselben viel zu leicht im Verhältnis zum Rumpf und erinnerte
an den einer Hündin. Das Preisrichterkollegium sprach daher einstimmig dem Young Barry den Ehrenpreis (500 Francs) zu, während
Battenberg den 1. Preis erhielt.
Im Juli 1889 fand die Berner Ausstellung statt, welche abermals den Beweis lieferte, dass die Bernhardinerzüchter der Schweiz
während der letzten Jahre gewaltige Fortschritte gemacht hatten. Auch hier war die Abteilung der kurzhaarigen Hunde der langhaarigen
Varietät an Zahl und im Allgemeinen auch an Güte überlegen, trotzdem während der letzten Zeit viele kurzhaarige Hunde nach England
verkauft worden waren. - Klasse 40, kurzhaarige Hunde, war durch 50 Exemplare vertreten, unter denen Ivo des Herrn Weitnauer in
Basel den Ehrenpreis, und Hector (von Ivo aus Mr. Betterton's Sanspeur) den folgenden (zweiten) Preis erhielt. - Ivo galt damals
trotz einiger kleinen Mängel für den besten Zuchthund des Kontinents und siegte auch gegen den langhaarigen Young Barry im Kampfe
um den Ehrenpreis für den besten Bernhardiner der Berner Ausstellung. - Die Klasse der Hündinnen (kurzhaarig) enthielt 30 Nummern
fast durchweg guter Tiere; Juno (Nr. 263 d. Kat.) errang den 1. Preis.
Die langhaarige Varietät hatte wohl kaum gleiche Fortschritte aufzuweisen, wie die beiden vorhergehenden Klassen. Der 1. Preis
fiel auf den bekannten Young Barry des Herrn Dr. Künzli, der II. Preis auf Orfino, einen Sohn des Young Barry, welcher dem vorigen
in Hinsicht auf allgemeine Körperbildung gleichsteht, ihn jedoch in der Kopfform nicht völlig erreicht. - Unter den langhaarigen
Hündinnen erhielt Hero (Nr. 323 des Kat.) den I Preis, Lubra Nr. 261 des Kat.) einen II. - In den Jugendklassen erhielt der kurzhaarige
Hund Pluto (Nr. 337 d. Kat.) den I., die Hündin Belline (R. 352 d. Kat.) den II Preis. Unter den langhaarigen wurde Rean (Nr. 364 d. Kat.)
schon damals als ein hervorragender Hund bezeichnet; die letzte Klasse, langhaarige Hündinnen, war nur schwach vertreten.
Die im Frühjahr 1893 in Zürich abgehaltene internationale Schau zeigte bedeutende Fortschritte in der Bernhardinerzüchtung, namentlich
in Betreff der Größe, Stärke und Anzahl der Hunde (170 Bernhardiner). - Hier erschien der alte Young Barry nochmals "hors concours".
In der Siegerklasse siegte Young Pluto von Art des Herrn Heiner Arth über die von Frau Geheimrat Deichmann gezüchtete Hero von
Hirslanden, Bes.: Jörin Gerber in Zürich. - Kurzhaarige von; zwei Jahren und darüber: kein I. Preis; Pluto von Buochs (Züchter: Steiner Arth)
und Cäsar von Olten (Besitzer: Leuenberger Olten): je einen II. Ehrenpreis. -- Hündinnen: Belline des Herrn Röthlisberger - Langnau:
Ehrenpreis; II. Preis: Piora des Herrn E. Weitnauer (gez. V. B. Siegmund); Ilse (v. Till I. a. Sarah) ebenfalls II. Preis. Hunde
von 1 bis 2 Jahren; die beiden von Dr. Künzli gez. Hunde Willi - Wood und Barry - Roebot den I. und II. Preis; Hündinnen: Blanche
des Dr. Künzli I. Preis; Freya des Herrn Dürr - Burgdorf II. Preis. - Die langhaarigen Hunde in Quantität und Qualität alles frühere
übertreffend. - Czar, einer der edelsten der in der Schweiz bis jetzt gezüchteten Bernhardiner, Tafel LV (Züchter: B. Siegmund - Basel)
musste mit Barry v. Biel, welcher dem Czar an Adel bedeutend nachsteht, ihn aber an Stärke etwas übertrifft, den Ehrenpreis teilen.
- Olof des Dr. Künzli, der etwas schwächer als die beiden ersten Hunde, ihnen aber sonst ebenbürtig ist, erhielt II. Preis. -
Langhaarige Hündinnen, zweijährig und darüber: Young Norma des Herrn E. Vogt - Winterthur besonders zu erwähnen. Hunde von 1 bis 2
Jahren: Barry Frauenfeld und Hector II. v. Biel teilten den Ehrenpreis. - Kean II. und Samiel des Dr. Künzli II. und III. Preis.
- Hündinnen: Belline v. Zürich und Iduna des Dr. Künzli Ehrenpreis und II. Preis. - Jugendklasse: die von Herrn E. Vogt - Winterthur
gez. Beiden Hündinnen v. Czar (B. Siegmund) a. Young Norma scheinen berufen zu sein, dem Namen ihres Vaters Ehre zu machen.
Unter den in neuester Zeit in den Vordergrund getretenen Bernhardiner der Schweiz müssen hier noch erwähnt werden: Young Pluto, Young
Tell und Willy Wood des Dr. Künzli. Unter den langhaarigen namentlich die beiden Konkurrenten der letzten Züricher Schau Barry v. Biel
und Czar. Letzterer (Abb. Desselben f. Taf. LV) ist inzwischen in den Besitz des ersten Bernhardinerzüchters in England, des J. F.
Smith - Sheffield übergegangen, wie schon früher die Hündinnen Thisbe und Arosa.
Auf der ersten deutschen Hundeausstellung in Hamburg 1863, welche bei Gelegenheit einer Landwirtschaftlichen größeren Ausstellung
abgehalten wurde, finden wir unter 447 Meldungen noch keine Bernhardshunde. Dagegen sind auf der 1869 zu Altona unter dem Ehrenpräsidium
Sr. Grellenz des Bundeskanzlers Grafen v. Bismark abgehaltenen intern. Schau (467 Meldungen) bereits 12 "St. Bernhardshunde" in
einer Klasse, unter denen Nr. 210 des Kataloges (Tell, rauhaarig, fünf Jahre, rotbraun) und Nr. 212 des Kataloges (Jungfrau, glatthaarig,
rötlich, fünfjährig von Mr. J. Cumming Macdona, Hilbre House, Cheshire eingeschickt und mit 10 000 Pfd. Sterl. taxirt waren.
(Es ist dies der Rev. J. G. Macdona, welcher die Bernhardiner zuerst in größerer Zahl nach England einführte.) Tell (2458 des
K.C.S.B.) ward 1865 in London zuerst ausgestellt und gab die erste Anregung zur Bernhardinerzüchtung in England. Auf der Hamburger
Ausstellung 1876 erschienen bereits 41 "St. Bernhardshunde", unter denen indeß 12 im Katalog als "Leonberger" und einer als
"Berghund" angegeben waren.
Die Berliner "Elite-Ausstellung" 1878, welche nur eine beschränkte Anzahl rassig gezüchteter Hunde zur Ausstellung ihrer Rassezeichen
bringen sollte, hatte nur sieben "Bernhardiner", deren Abstammung unbekannt war. Selbst von dem höchst prämierten "Courage" des
Prinzen zu Solms - Braunfels waren weder Züchter noch Abstammung bekannt. Ebenso wenig von Barry I. (gelb mit schwarz) desselben
Besitzers. Die zu jener Zeit in Deutschland weit überwiegende Masse der Kreuzungsprodukte, welche vorläufig gar nicht abzuweisen
war, gab Anlaß, die engere Bezeichnung "Bernhardiner" aufzugeben und dafür die allgemeinere der "Alpenhunde" aufzustellen). Letztere
Bezeichnung wurde indeß nur so lange beibehalten, bis die Schweizer (1887) selbst die Rassezeichen des Bernhardiners bestimmten.
Nachstehend die Resultate einiger der größeren deutschen Ausstellungen von 1888 ab: Die Frankfurter Ausstellung 1888 brachte
(eingeschlossen sieben Würfe) 108 Bernhardiner. Kurzhaarige: Ivo des Herrn Weitnauer Ehrenpreis, ebenso Isolde des Dr. Rappaz.
Langhaarige: Dr. Künzli's Young Barry Ehrenpreis; ebenso Norma des Herrn D. Schmid - Kleiner, Zürich. Köln 1889: 50 Meldungen.
Kurzhaarige: Rhenania-Barry, Besitzer: C. Sauer - Koblenz I. Preis, ebenso Isolde desselben Besitzers. - Langhaarige: Dr. Künzli's
Young Barry Ehrenpreis, und Orfino desselben Besitzers II. Preis. Hündinnen: F. Bubat's - Zürich Hero Ehrenpreis und E. Vogt's
Norma II. Preis. - Kassel 1889: 47 Meldungen. Ivo, Ramyl, ferner Lola (Besitzer: J. Schweinlin - Basel) erhielten Ehrenpreise.
- Berlin 1890: 106 Meldungen. I. Preise: Orfino von Hirslanden, Victor - Plavia, Ingo, Young Barry, Hero, Kean und Erica -
Plavia. - Frankfurt 1891: 75 Meldungen. I. Preise: Orfino von Hirslanden, Blanka v. Basel, Argos und Hero; Austin Friar (Besitzer:
L. Oppenheim - London) II. Preis. - München 1892: 53 Meldungen. Bernhard des Frhrn. V. Jordis I. Preis und Ehrenpreis; Schmidbauer's
Munichia - Troja I. Preis; H. Hellwig's Jenatsch II, I. Preis und Ehrenpreis, -- Hannover 1893: nur 16 Meldungen. Signor Orfino
(Besitzer Fr. Schrott - Braunschweig) I. Preis; Rose-Bella des Dr. Teifel-Cusin - Tuttlingen I. Preis. - Dortmund und Zürich 1894:
im Nachtrag zu Band II.

| Young Barry (S. H. St. B. 105) v. Barry u. Lea Besitzer: Dr. Künzli |
Großglockner (4492) b. Tell. I. aus Lea Besitzer: Landfried, Heidelberg, früher Latz |
Zu den, größtenteils auch auf unseren Ausstellungen, seit Anfang des vorige Jahrzehnts erschienenen hervorragenden Bernhardinerhunden
der Schweiz gehören u.A.: Courage (Besitzer: Prinz Albrecht zu Solms - Braunfels), ein langhaariger, weiß und braun gefleckter Hund,
geworfen 1876. Schulterhöhe 81 cm. Gewicht 73 kg. Eine stattliche Erscheinung, wiewohl die Rute im Effekt geringelt wurde. - Vielfach
in England und Deutschland prämiert.
Rocher (2221), Besitzer: Max Hartenstein - Plauen, gew. 1883, langhaarig, weiß mit roten Platten. I. Preis Wien 1884 und 1885,
I. Preis Brüssel 1885, Ehrenpreis Leipzig 1886. I. Preis Kopenhagen 1886, Ehrenpreis Altenburg, Ehrenpreis Hannover 1997, Ehrenpreis
Sr. Maj. Des Königs von Württemberg, Stuttgart 1887. Maße: Schulterhöhe 72 cm; Kopflänge 26 cm; Schnauze 11 cm; Behang 15 cm lang,
breit 11 cm; vom Ellenbogen bis zum Boden 41 cm; Rute 48 cm; Rumpflänge 48 cm; Gewicht 64 kg.
Young Barry (S.H.St.B. 105), Besitzer: Dr. Künzli - St. Gallen. - Züchter: Lehmann - Bern, gew. 1883 von Barry aus Lea. Langhaarig,
weiß mit rotgelben Platten und dunkler Maske. II. Preis Basel 1886, II. Preis Wien 1886, Ehrenpreis Zürich 1887, Ehrenpreis Hannover
1887, Ehrenpreis Berlin 18888, Ehrenpreis Frankfurt 18888, I. Preis Bern 1889. Maße: Schulterhöhe 79 cm; Kopflänge 32 cm; Schnauze
20 cm; Ellenbogen 44 cm vom Boden hoch; Rute 58 cm; Hintermittelfuß vom Boden hoch 23 cm; Umfang des Brustkorbes hinter den Schultern
95 cm (Abbildung Taf. LIV).
Pluto (S.H.St.B. 185), Besitzer: Frau L. Deichmann - Vaduz, Züchter: St. Bernhard-Hospiz, kurzhaarig, gestromt mit weißen Abzeichen
und dunkler Maske, gew. 1882 von Türk aus der Juno. I. Preis Zürich 1887, Reservepreis Frankfurt 1888, I. Preis Basel 1888. Maße:
Schulterhöhe 72 cm; Kopflänge 29 cm; Schnauze 12 cm; Behang 15 cm; Ferse vom Boden hoch 22 cm; Rute 48 cm; Rumpflänge vom Bug bis
zum hinteren Keulenrand 79 cm; Umfang der Brust 88 cm.
Ivo (S.H.St.B. 83), Besitzer: C. Weitnauer - Basel. Züchter: Hermann Dürr - Burgdorf, gew. 1884 von Leon (S.H.St.B. 1) als Belline
(S.H.St.B 93). Kurzhaarig, weiß mit orange Platten, schwarzer Maske und weißer Blässe. - II. Preis Jugendklasse Basel 1888, Ehrenpreis
Zürich 1887, Ehrenpreis Frankfurt 1888, Ehrenpreis Kassel 1889, Ehrenpreis Bern 1889.
Unter den gegenwärtig in Deutschland befindlichen Bernhardinern sind unter anderen hervorzuheben: Kurzhaarige: Hector v. Basel
(Taf. LIII) des Herrn Krupp - Essen; Victor - Plavia und Jupiter des Herrn Schmidbauer - München. Langhaarige: Großglockner
(Taf. LIV) des Herrn E. Landfried in Heidelberg (früher U. Latz - Euskirchen), Medor des Herrn Dr. Zeppenfeld - München und
Brutus des Herrn A. Latz (Taf. LIII). Seit Gründung des deutschen "St. Bernhardsclub" (mit dem Sitz in München), im Juni 1891,
hat die Züchtung der Bernhardiner auch in Deutschland große Fortschritte gemacht. Der größte deutsche Bernhardiner-Zwinger ist
gegenwärtig wohl der des Herrn Probst in München (nach dem Stammhunde) "Zwinger Belisar" genannt.
Einzelne Bernhardinerhunde sind gewiß ebenso oft und ebenso früh durch Reisende aus der Schweiz nach England gebracht worden, wie zu uns. Im Jahre 1817

wurde das Bild éines Bernhardshundes von ungewöhnlicher Größe in England in Kupfer gestochen mit der
Unterschrift: An Alpine Mastiff, der größte Hund in England, vom Bernhardsberge gebracht und gegenwärtig zu Leasow Castle bei
Liverpool u.s.w. (Vergl. Die verkleinerte Abbild. Fig. 114).
Youatt (1845) bildet einen stockhaarigen Bernhardshund ganz zutreffend ab, mit dem üblichen Fässchen unter dem Halse und der überschrift: "The Alpine".
RHEINLANDPFALZ ELMSTEIN/Pfalz
Group
"Wer nicht kann, was er will, muss wollen, was er kann" |
|||||||||
|
|
![]() Auszug: FCI • Standard Nr.: 61 • 21. 01. 2004 Publikation des GüLTIGEN ORIGINALSTANDARDES: v. 29. 10. 2003
![]()
|
IHR SACHKUNDE HUND DE |
![]() |
| [ Home ] |
© seit 1998 bernhardiner-info |